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Barnim
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Der Barnim ist ein eiszeitlich gebildeter Höhenrücken mit Grundmoränen, einem Endmoränenzug und kleinen Sandern zwischen dem Berliner Urstromtal im Süden und dem Eberswalder Urstromtal im Norden. Den nordwestlichen Teil bildet die Gemeinde Schorfheide. Der südwestliche Teil des Barnims liegt bereits auf Berliner Stadtgebiet. Der Barnim erreicht eine maximale Höhe von 158 m über NN (südwestlich von Eberswalde). Auf Berliner Stadtgebiet (Prenzlauer Berg) bildet er eine schwache Steilkante zum Warschau-Berliner Urstromtal (37 m über NN), welches dort nur vier Kilometer breit ist und im Berliner Süden wieder zum Teltow ansteigt. Das Plateau des Barnim wird von mehreren Glazialen Rinnen zerschnitten. Bekannt ist der Gamengrund östlich von Berlin, in dem sich mehrere aufeinanderfolgende schmale Seen befinden, wie der Gamensee und der Mittelsee. Eine der ersten Chausseen der damaligen Provinz Brandenburg, die heutige Bundesstraße 158 erschließt die reizvolle Landschaft vom Berliner Ring (Anschlussstelle Berlin-Hohenschönhausen) aus.
Nach dieser Landschaftsformation benannt ist der dortige Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg, Bundesrepublik Deutschland.
Kategorie:Berlin
Kategorie:Brandenburg
Kategorie:Brandenburgische Landschaft
Kategorie:Brandenburgische Landschaft
Kategorie:Geographie (Brandenburg)
Kategorie:Heimatgeschichte
Kategorie:Berliner Geschichte
Kategorie:Historische Landschaft
GrundmoräneEine Grundmoräne ist eine glaziale Aufschüttungslandschaft, die unter dem Gletscher/Inlandeis entsteht. Sie ist ein Bestandteil der Glazialen Serie. Das typische Sediment der Grundmoräne ist der Geschiebemergel, den der ehemalige Gletscher ablagerte.
Grundmoränenlandschaften sind in Norddeutschland und im Alpenvorland sehr weit verbreitet. Sie entstanden während der wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter.
Durch Gletscher werden große Mengen an Material in Form von Kies, Sand, Schluff und Ton von den Eismassen mitgeführt und am Grund des Gletschers unsortiert abgelagert. Sie kommen beim Abschmelzen des Eises zum Vorschein. Je nach seinem Gehalt an Karbonat wird das Ergebnis der Sedimentation als Geschiebelehm und Geschiebemergel bezeichnet. Auch sehr große Gesteinsbrocken (Findlinge / Blöcke) konnten durch die vordringenden Gletscher während der Eiszeit über sehr weite Strecken transportiert werden.
Die Grundmoränen liegen im Alpenvorland in den weiten Gletscherzungenbecken und werden oft von den Endmoränen umrahmt.
In Norddeutschland nehmen sie nördlich der Endmoränenzüge sehr große Flächen ein. Die typische Grundmoräne besitzt eine flachwellige Oberfläche mit relativ geringen Höhenunterschieden. Es gibt aber auch extrem flache (z.B. in Polen nördlich von Torun) oder sehr hügelige (z.B. nördlich von Chorin/Brandenburg) Grundmoränengebiete. Besonders große Steine, die vereinzelt in der sonst flachwelligen Landschaft liegen, werden Findlinge genannt.
Weitere Formen, die sich oft in Grundmoränenlandschaften finden, sind Drumlins, Glaziale Rinnen und Oser
In der Fachliteratur ist es in den letzten Jahren üblich geworden, den Begriff Grundmoräne nur noch auf die Landschaftsform, die unter dem Gletschereis entsteht, zu beziehen. Die Ablagerung (Sediment) hingegen, welches unter dem Gletscher entsteht, wird als Geschiebemergel oder Till bezeichnet.
Siehe auch: Moräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling, Glaziale Rinne, Drumlin, Os
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Geomorphologie
EndmoräneEine Endmoräne (im alpinen Raum auch Stirnmoräne) ist eine wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial am Rande eines Gletschers. Eine Endmoräne kennzeichnet die Linie des weitesten Gletschervorstoßes. Sie ist Bestandteil der Glazialen Serie. Da Endmoränen entlang eines Eisrandes meist nicht lückenlos abgelagert werden bzw. durch jüngere Prozesse (z.B. Abtragung durch Schmelzwasser) wieder abgetragen werden können, benutzt man auch den neutralen Begriff Eisrandlage.
Entstehung: Endmoränen entstehen, wenn sich am Rande eines Gletschers Abschmelzen und Eisnachschub die Waage halten. Der Eisrand bleibt dann über längere Zeit stabil. Das Eis selbst bewegt sich aber nach wie vor. Das aus dem Gletscher ausschmelzende Material lagert sich dann am Eisrand ab und baut nach und nach die Endmoräne als Satzendmoräne auf. Durch das austretende Schmelzwasser wird Feinmaterial meist weggespült, so dass die Ablagerungen von Satzendmoränen für gewöhnlich grob sind (Kies, Steine, Findlinge). Stauchendmoränen entstehen, wenn durch den Druck des Gletschers älteres Material an der Gletscherfront emporgedrückt (gestaucht) wird. Je nach der Beschaffenheit des älteren Materials bestehen Stauchendmoränen aus verschiedensten Sedimenten. Meist handelt es sich aber um ältere glaziale Ablagerungen (Sand, Eisstauseeablagerungen, Geschiebemergel).
Da der Eisrand nicht schnurgerade verläuft sondern in einzelne Loben zerfällt, haben auch Endmoränen ein solchen lobenartigen Verlauf. Die Berührungsstelle zwischen zwei Loben nennt man auch Endmoränengabel. Dort befinden sich meist besonders kräftig ausgeprägte Endmoränen und große Gletschertore, von denen aus die Sander geschüttet wurden.
Ein gut erreichbares Beispiel für eine Endmoränenlandschaft der Weichsel-Eiszeit befindet in Chorin (Brandenburg), 50 km nordöstlich von Berlin. Eine saale-eiszeitliche Endmoräne ist beispielsweise der niedersächsische Göhrde-Drawehn-Höhenzug (= Osthannoversche Endmoräne) zwischen der Lüneburger Heide und dem Wendland.
Siehe auch: Moräne, Grundmoräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling
Kategorie:Glaziologie
Kategorie:Geomorphologie
Berliner UrstromtalDas Berliner Urstromtal entstand als Teil des Warschau-Berliner-Urstromtals am Ende der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, vor rund 18.000 Jahren als Entwässerungsbahn der Frankfurter Staffel. Zusammen mit dem weiter südlich gelegenen Baruther Urstromtal bildete es sich im Brandenburger Stadium der Weichsel-Eiszeit heraus. Während das Baruther Urstromtal die Brandenburger Eisrandlage entwässerte, geht das Berliner Tal auf die nördlich gelegene Frankfurter Staffel zurück.
Der Verlauf des Urstromtales lässt sich etwa durch die Linie Eisenhüttenstadt, Müllrose, Fürstenwalde/Spree, Berlin (Zentrum), Falkensee, nördlich von Nauen, Friesack beschreiben. Westlich des Städchens Friesack vereinigt sich das Berliner Urstromtal mit dem Eberswalder Urstromtal um noch weiter westlich, bei Havelberg in das Elbe-Urstromtal einzumünden.
Nach Norden ist das Tal von den Grund- und Endmoränenplateaus Land Lebus, Barnim und Ländchen Glien begrenzt, die wiederum weiter nördlich zum Eberswalder Urstromtal abfallen. Südliche Talbegrenzungen bilden die Beeskower Platte sowie die flachwelligen Plateaus Teltow und Nauener Platte, die allesamt aus eiszeitlichen Ablagerungen (Geschiebemergel und Sand) bestehen. Innerhalb des Urstromtales ragen einige kleinere Plateaus inselartig aus diesem hervor. Bekanntestes Beispiel sind die Müggelberge in Südosten Berlins. An mehreren Stellen, zum Beispiel zwischen Beeskower Platte und Teltow sowie zwischen Barnim und Glien münden kleinere Urstromtalungen in das Berliner Urstromtal ein. Dort ist die Grenze des Urstromtales unscharf.
Das Urstromtal selbst wird aus mächtigen Sanden aufgebaut, die mehr als 20 Meter Mächtigkeit erreichen können. Sie sind wertvolle Grundwasserspeicher und ermöglichen zum Beispiel die Selbstversorgung Berlins mit Trinkwasser. Die Oberfläche des Tales ist im Idealfall tischeben. Da aber das Eis während der Weichsel-Eiszeit deutlich weiter nach Süden vorstieß, bildeten sich durch die Schmelzwassertätigkeit im Berliner Urstromtal zahlreiche Toteiskörper, die nachfolgend austauten und heute Seen bzw. feuchte Niederungen bilden. Bekannt sind der Müggelsee und der Tegeler See. Andererseits wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit im Urstromtal ausgedehnte Dünen aufgeweht, die bis zu 30 Meter Höhe erreichen (Püttberge). Auch die Überformung durch die Spree war in einigen Teilen des Urstromtales, vor allem um Fürstenwalde, beträchtlich.
Das heutige Landschaftsbild des Berliner Urstromtales ist zweigeteilt: Während östlich Berlins bis zur Oder aufgrund des niedrigen Grundwasserstandes Kiefernforsten vorherrschen (Ausnahme: Spreeniederung), dominieren westlich Berlins feuchte Niederungen und Moorgebiete das Erscheinungsbild.
In dem Urstromtal, das die gewaltigen Schmelzwasserströme ausbildeten, fließen heute die vergleichsweise kleinen Flüsse Spree, Dahme und weiter westlich die Havel.
Da Urstromtäler generell (ob Sand oder Moor) mittelalterliche Verkehrshindernisse darstellten, bündelten sich die Handelswege bevorzugt an Engstellen, wo das Urstromtal vergleichsweise bequem zu durchqueren war. An einer der markantesten Engstellen gründeten Händler die Stadt Berlin. Aber auch Müllrose und Fürstenwalde wurden an Engstellen gegründet.
Kategorie:Berlin
Kategorie:Gewässer in Berlin
Schorfheide
Die Schorfheide liegt ca. 65 km nordöstlich von Berlin und ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Der Name entstand im Mittelalter aus Schorp Weide, als die Bauern ihre Schafe in den (damaligen) Eichenwald (Hutewald) trieben, um sie mit den nahrhaften Eicheln zu mästen. Später wurde ein Großteil der Eichen für die Produktion von Geschützlafetten abgeholzt, aber der Wald wurde immer wieder aufgeforstet. Heute existiert im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin eine der letzten Totalschutzzonen, in denen das Betreten verboten ist (Plagefenn). Als "Tor zur Schorfheide" wird die Ortschaft Groß Schönebeck bezeichnet. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wurde 1990 noch als Teil des Nationalparkprogramms der Regierung Lothar de Maizière gegründet.
Die hierin zusammengefassten Landzüge sind geprägt durch den stetigen Wechsel zwischen unterschiedlich ausgeformten Waldgebieten und weitläufigen Offenlandschaften (Heide).
siehe auch: Böhmerheide
Seen in der Schorfheide
Die größten Seen der Schorfheide sind der Werbellinsee und der Grimnitzsee bei Joachimsthal.
Verkehrsanbindung
- vom Berliner Ring --> A 11 - Ausfahrt Joachimsthal
- Bahn: mit der Heidekrautbahn vom S-Bahnhof Karow nach Schorfheide (Gemeinde) - [http://www.neb.de Niederbarnimer Eisenbahn Gesellschaft]
Weblinks
[http://www.schorfheide-chorin.de Schorfheide]
Kategorie:Brandenburgische Landschaft
Kategorie:Waldgebiet
Prenzlauer Berg
Prenzlauer Berg ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Pankow. Bis zur Fusion mit den ehemaligen Stadtbezirken Weißensee und Pankow bei der Verwaltungsreform 2001 war er ein eigenständiger Bezirk (bis 1990 „Stadtbezirk“).
Der Name „Prenzlauer Berg“ kann mit oder ohne Artikel verwendet werden. Die Bewohner können „im“ Bezirk oder aber in, am oder „auf'm“ Prenzlauer Berg wohnen. Die Abkürzung Prenzl. Berg wird auch umgangssprachlich oft verwendet, teils auch Prenz(e)lberg geschrieben.
Stadtbild
Vor der deutschen Wiedervereinigung war Prenzlauer Berg ein Teil Ostberlins. Er ist geprägt durch Altbauten aus der Zeit um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Von Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg verschont, in der DDR vernachlässigt, wurde die Gebäudesubstanz in den 1990er und 2000er Jahren größtenteils saniert und bildet heute das wohl größte erhaltene Gründerzeitgebiet mit über 300 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. Der innenstadtnahe Stadtteil ist von Restaurants und Bars geprägt, die sich besonders in der Kastanienallee, um den Kollwitz- und den Helmholtzplatz sammeln. Mittelpunkt des Nachtlebens ist das Gebiet um den U-Bahnhof Eberswalder Straße, an dem sich u.a. Schönhauser Allee, Danziger Straße und Kastanienallee schneiden.
Über 80% aller Wohnungen des Gebiets entstanden vor 1948, das älteste noch vorhandene Gebäude ist von 1848 (Kastanienallee 77).
Danziger Straße
Der Stadtteil bietet städtebaulich ein recht einheitliches Bild, er ist ganz überwiegend von fünfgeschossigen Wohngebäuden in geschlossener Blockbauweise geprägt. Die Blocks sind in den meisten Fällen durch die großen Grundstückstiefen und zahlreichen Hinterhofnutzungen sehr groß, manche Straßenblocks haben einen Umfang von mehr als einem Kilometer.
Danziger Straße
Herausragende Gebäude sind vor allem die großen Kirchen des Bezirks, von denen August Orths Gethsemanekirche an der Stargarder Straße (1891-93) die bekannteste sein dürfte. Ihr 66 Meter hoher Turm wird nur vom 79 Meter hohen Turm der Segenskirche an der Schönhauser Allee übertroffen. Auch die repräsentativen Schulbauten, überwiegend von Ludwig Hoffmann entworfen, heben sich von der Wohnbebauung ab.
In der Rykestraße befindet sich die größte Synagoge Deutschlands. Die Bauarbeiten begannen Ende 1903, geweiht wurde sie am 4. September 1904. Entworfen wurde der 2000 Personen fassende Bau von Johann Hoeniger. Die Reichskristallnacht überstand das Gebäude, da die Synagoge dicht von „arischen“ Gebäuden umbaut war. Die Synagoge wurde geschändet und im April 1940 enteignet. Am 30. August 1953 wurde sie erneut eingeweiht. Auf dem 1827 eröffneten Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee gibt es über 22.500 Gräber und 750 Familiengrüfte, unter anderem die Gräber von Max Liebermann, Leopold Ullstein, Eduard Lasker und Giacomo Meyerbeer.
Als ein bauliches Wahrzeichen von Prenzlauer Berg gilt der ehemalige Wasserturm („dicker Hermann“) an der Ecke Rykestraße/Knaackstraße aus dem Jahr 1877, der erste Wasserturm Berlins.
Im Westen am Jahn-Sportpark (siehe Sport) befindet sich der Mauerpark, eine öffentliche Grünfläche, die auf dem Gebiet der ehemaligen Berliner Mauer angelegt wurde.
Geografie
Lage, Namensgebung
Berliner Mauer
Der Stadtteil Prenzlauer Berg ist Teil des Berliner Bezirks Pankow im Nordosten Berlins und grenzt im Westen und Südwesten an den Bezirk Mitte, im Südosten an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, im Osten an den Bezirk Lichtenberg und im Norden an die Ortsteile Weißensee und Pankow.
Das alte Berlin reichte im Norden nur bis zum Ende des Spreetals heran. Hinter der ehemaligen Stadtmauer steigt das Gelände auf der gesamten Breite zum Plateau des Barnim an. Daher wurde das Gebiet schon immer als „Berg“ – meist als Windmühlenberg – bezeichnet. Da der im Groß-Berlin-Gesetz 1920 festgelegte Bezirksname Prenzlauer Tor auf ein zu diesem Zeitpunkt schon seit fünfzig Jahren nicht mehr existierendes Bauwerk hinwies, wurde im Folgejahr der Name der Steigung am Beginn der Prenzlauer Allee, einer zentralen Ausfallstraße, die direkt in die ca. 90 km nördlich gelegene uckermärkische Stadt Prenzlau führte, für den gesamten Bezirk übernommen. Erstmals dokumentiert ist der Name Prenzlauer Berg bereits in einem Schreiben vom Mai 1826.
Der höchste Punkt des Bezirks liegt heute mit 91 Metern über dem Meeresspiegel im Nordosten im „Volkspark Prenzlauer Berg“. Dieser Berg entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Aufschütten von Trümmern aus der Innenstadt und anschließende Begrünung.
In Prenzlauer Berg gibt es bis auf einen kleinen See im Volkspark Prenzlauer Berg keinerlei Wasserflächen und heute auch keine Waldflächen mehr.
Gliederung
Der Bezirk ist durch die großen Ausfall- und Ringstraßen leicht nachvollziehbar in Nachbarschaften („Quartiere“ bzw. „Kieze“) gegliedert, die fast alle über einen Quartiersplatz als Mittelpunkt verfügen. Diese Unterteilungen haben keine behördliche Relevanz, sind aber im Sprachgebrauch üblich.
Kiez
Bevölkerung
Der Prenzlauer Berg als Stadtteil hat mit 134.861 Einwohnern (30. Juni 2003) die Dimension einer eigenen Großstadt auf dem relativ kleinen Gebiet von 10,95 km². Die Bevölkerungsdichte gehört mit 12.316 Einwohnern je Quadratkilometer zu den höchsten in Berlin. In einigen Bereichen – beispielsweise um den Helmholtzplatz – liegt sie noch höher. Hier wohnen etwa 25.000 Einwohner je Quadratkilometer.
In Prenzlauer Berg leben überdurchschnittlich viele junge Menschen: 26,2% der Bevölkerung sind zwischen 15 und 30 Jahre alt (Berlin: 20,1%; Deutschland: 18,3%). Dies liegt auch am hohen Anteil von Ein- und Zweiraumwohnungen (70% gegenüber beispielsweise 60% im angrenzenden Stadtteil Weißensee oder 50% im angrenzenden Stadtteil Pankow). Der Anteil an ledigen Personen (1991: 46,2%) ist hoch. Auch die Geburtenrate liegt mit 2,1 Kindern je Frau weit über dem Durchschnitt. Einige Medien sprechen von der höchsten Geburtenrate Europas.
Der Ausländeranteil liegt bei 8,1% und somit ungefähr fünf Prozentpunkte unter dem Berliner Durchschnitt. Für Ostberliner Verhältnisse ist dies zwar viel, andere zentrumsnahe Gebiete haben aber weit mehr Ausländer (Friedrichshain-Kreuzberg: 22,4%; Mitte: 27,1%). Nach der Wende wuchs die Anzahl ausländischer Bewohner von 2.309 Ende 1991 über 4.024 (Ende 1992) und 8.373 (Ende 1995) auf über 10.000.
Die Sozialstruktur des Gebiets befindet sich seit der Wende im Umbruch: das ursprüngliche Berliner Arbeitermilieu wird zunehmend verdrängt. Auch die nachgezogene „alternative Szene“ beginnt langsam höheren Einkommensschichten zu weichen – nicht zuletzt wegen der steigenden Mieten im Zuge umfangreicher Sanierungen. Auch der Anteil der schwulen Bewohner ist stark angestiegen. Die schwule „Ost-Szene“ um die Greifenhagener Straße boomt und macht dem traditionellen Schwulenkiez in Berlin-Schöneberg rund um den Nollendorfplatz Konkurrenz.
Das vor dem Fall der Mauer von den meisten Bewohnern des Prenzlauer Bergs gesprochene Berlinisch wurde durch die zunehmende Durchmischung der Bevölkerung mit Zugezogenen in den letzten Jahren zurückgedrängt. Unter Alteingesessenen ist Berlinisch aber nach wie vor die Umgangssprache.
Geschichte
Anfänge
Berlinisch
Der Prenzlauer Berg hat im Berliner Vergleich eine kurze Geschichte. Zwar rodeten Bauern die Wälder des Gebietes zum größten Teil schon im 13. Jahrhundert, doch über eine Nutzung als Landwirtschaftsfläche ging die Verwendung nicht hinaus. Beispielsweise war der Weinbau bis zum sehr kalten Winter 1740/41 für die Region relativ bedeutend. Noch zur Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert befanden sich auf dem Gelände nur Äcker und wenige Windmühlen, die vor allem der König seit einigen Jahrzehnten vermehrt bauen ließ. Siedlungen entstanden aber nicht. Die einzige Bebauung des Geländes war das Königliche Vorwerk, auf Erlass des Königs vom 31. März 1708 entstanden. Erste Erweiterungen außerhalb der alten Zoll- und Akzisemauer waren Friedhöfe: 1802 legten die St. Marien- und St. Nicolai-Gemeinden ihren heute so genannten „Alten Friedhof“ vor dem Prenzlauer Tor an. Die Stadtmauer erweiterte man zu dieser Zeit noch. Der 1814 vor dem Königstor angelegte Friedhof der Georgen-Gemeinde blieb außerhalb der Mauern Berlins.
In den Einflussbereich Berlins fiel das Gebiet erst nach dem 19. November 1808, als in Preußen eine neue Städteordnung erlassen wurde. Gemäß dieser Städteordnung blieb das Umland einer Stadt zwar eigenständig, aber das Stadtrecht und somit die gesamte Gesetzgebung und das Steuerrecht galten nun auch dort. Das so zu einer Stadt gehörende Gebiet wurde Weichbild genannt. In Berlin wurden die nördlich gelegenen Felder 1831/32 in dieses Weichbild aufgenommen. Die erste Karte, die diese Grenzen zeigt, stammt von 1840. Das Gebiet änderte sich in der Folgezeit nicht.
Die Stein- und Hardenbergischen Reformen (1807 bis 1810) befreiten auch die Bauern nördlich Berlins von der Grundherrschaft. Ihnen wurde zwischen 1822 und 1826 ihr Gelände als freies Grundeigentum überschrieben, wenn sie entweder die Hälfte ihrer Fläche abgaben oder das Achtzehnfache eines Jahresertrages abführten. Gleichzeitig separierte man gemeinsam bewirtschaftete Flächen, sie wurden also unter den Bauern aufgeteilt und die Flächen neu verteilt. Die Bauern erhielten so zusammenhängende Flächen zur Bewirtschaftung. Hauptgewinner waren die drei Familien Griebenow, Büttner und Bötzow, die nun zusammen mehr als zwei Drittel der Fläche besaßen.
Bötzow
Kleinbauern hingegen hatten keine Chance, wirtschaftlich zu überleben. Entweder wurden ihre Felder durch Abtreten der halben Fläche zu klein, um auf dem unfruchtbaren Boden noch wirtschaftlich Landwirtschaft betreiben zu können, oder sie mussten sich hoch verschulden. Diese Bauern spezialisierten sich in den folgenden Jahren vorrangig auf die Weiterverarbeitung agrarischer Erzeugnisse: Die Zahl der Windmühlen auf dem so genannten „Windmühlenberg“ (heute zwischen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee) stieg an, außerdem entstanden einige Schnapsbrennereien. Der Windmühlenberg war der wichtigste Mühlenstandort Berlins. Andere Bauern begannen, Bier zu brauen, und so war der Prenzlauer Berg in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch der bedeutendste Brauereistandpunkt der Stadt. Nicht nur die Wasserqualität der Brunnen war hervorragend, auch eine dicke Tonschicht zur Anlage unterirdischer Kühlräume war vorhanden. So entstanden auch viele Ausflugslokale, Karusselle und eine Kegelbahn.
Erste Planungen
Tonschicht
1827 beschloss der Berliner Magistrat, dass für das Umland ein Bebauungsplan erstellt werden sollte, da die Stadt innerhalb der Mauern stark wuchs. Zuständig dafür war das Preußische Innenministerium, das gerade Pläne für das bisherige Stadtgebiet fertig gestellt hatte. Der zuständige Oberbaurat Johann Carl Ludwig Schmid teilte das Gebiet um Berlin dazu in fünf Planabschnitte ein, die im Uhrzeigersinn nummeriert wurden. Das Gebiet des heutigen Prenzlauer Berges fiel dabei komplett in den Plan I. Dieser orientierte sich an den bereits im 18. Jahrhundert entstandenen Chausseen (der heutigen Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße), sah aber eine Verdoppelung der Straßenbreite vor. Die Größe der geplanten Grundstücke lässt darauf schließen, dass eine lockere Bebauung mit kleinen Gärten vorgesehen war. Schmid entwickelte den Plan bis 1829 und König Friedrich Wilhelm III. genehmigte ihn im darauf folgenden Jahr. Da der Plan viele große Straßen und Plätze vorsah und die dafür benötigten Grundstücksflächen entschädigungslos von den Bauern bereitgestellt werden sollten, scheiterte der Plan in den folgenden Jahren an ihrem Widerstand.
Da die Bevölkerung der Stadt zwischen 1830 und 1840 weiter stark wuchs (von 250.000 auf 330.000 Einwohner), veröffentlichte der Magistrat 1840 einen Plan des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné, der einen großen Ringboulevard nur wenige hundert Meter nördlich der vorhandenen Stadtmauern vorsah. Als Landschaftsarchitekt plante Lenné sehr großräumig, ohne an die wirtschaftlichen Interessen der Grundbesitzer zu denken. So war auch dieser Plan zum Scheitern verurteilt. Schon wenige Jahre später zerschnitten erste Eisenbahnlinien den geplanten Boulevard, die Industrialisierung beschleunigte nochmals das Wachstum der Stadt, die in den 1840er Jahren von 330.000 Einwohnern auf 430.000 Einwohner wuchs.
Der Hobrecht-Plan für die Umgebung Berlins
1840er
Anfang der 1850er Jahre trug der damalige Bauinspektor Köbicke dann alle älteren Planungen zusammen. Er stellte dabei fest, dass es viele Ungenauigkeiten gab und die Teilung des Umlandes in fünf Planbereiche nicht ausreichend war. Köbicke teilte das Umland in 14 Planabteilungen. Die alte Abteilung I überführte er in die Abteilungen XI, XII und XIII. Der heutige Prenzlauer Berg erstreckt sich dabei vom östlichen Bereich der Abteilung XI bis zum westlichen Bereich der Abteilung XIII (XIII-1). 1859 trat James Hobrecht die Nachfolge Köbickes an und veröffentlichte 1862 den so genannten Hobrecht-Plan. In diesem war auf dem inzwischen (seit dem 1. Januar 1861) zu Berlin gehörenden Gebiet eine Erweiterung der Stadt bis an die Grenzen des alten Weichbildes und ein grobes Straßennetz mit Straßenbreiten von 19 bis 68 Metern vorgesehen.
Freiräume wurden zum größten Teil auf Magistratsflächen geplant. Trotzdem mussten viele Plätze in den folgenden Jahren verkleinert oder aufgegeben werden, da die Grundstücksbesitzer wiederum unentschädigt bleiben sollten und sich daher wehrten. Neben den vorhandenen Chausseen, die verbreitert werden sollten, erweiterte Hobrecht einen seit 1822 existierenden Feldweg, der bis dahin „Communication“ genannt wurde. Er sollte zusammen mit der Warschauer Straße und der Petersburger Straße Teil eines Ringes um die Stadt werden. Dieser Ring wurde aber nie über diese Straße – die heutige Danziger Straße – hinaus nach Westen verlängert.
Ein zweiter Ring sollte an der Grenze des alten Weichbildes im Norden verlaufen (heute Osloer Straße, Bornholmer Straße, Wisbyer Straße und Ostseestraße). Die Bevölkerung kritisierte dies, da man sich nicht vorstellen konnte, dass die Stadt je bis dahin wachsen könnte. 1862 wurde dieser Plan genehmigt und sollte die Grundlage für das Wachstum des Bezirks in den folgenden Jahrzehnten darstellen. Die Planungen beschränkten sich ausschließlich auf die öffentlichen Flächen und trafen keine Beschränkungen bei der Art der Bebauung.
Erste Bebauungen
1862
Seit den 1840er Jahren bebauten die ersten Berliner die stadtnahen Gebiete zunächst mit kleinen, zweigeschossigen Häusern, deren Dachgeschosse sie später ausbauten, um weiteren Wohnraum zu schaffen. Doch schon Ende der 1850er Jahre wurden diese Gebäude auf die gesamte Grundstücksbreite erweitert, tiefer gebaut und bis auf vier Etagen aufgestockt. In den 60er Jahren schlossen sich langsam die letzten Lücken, sodass bis zu 300 Meter von der Stadtmauer entfernt geschlossene viergeschossige Häuserzeilen entstanden waren. Noch vorhandene Einzelgebäude riss man in dieser Zeit nach und nach ab und ersetzte sie durch größere Gebäude. Die Fassaden waren einfach und hatten wenige Verzierungen und nur selten Balkone. Hinter den Vorderhäusern entstanden nun Wirtschaftsgebäude und Werkstätten, die in der folgenden Zeit auf zwei Etagen aufgestockt und über einen Seitenflügel mit dem Vorderhaus verbunden wurden. Ihre Nutzung als Wohnraum untersagten die Behörden aber größtenteils noch. Erst in den 1870ern wurden mehrgeschossige Hinterhäuser und Seitenflügel als Wohnraum üblich. Die volle Höhe erreichen sie jedoch erst in den 1880ern, und bis zur Jahrhundertwende war diese Bauart Standard.
Die Gründerzeit: Rasantes Wachstum
1880er
Die Stadt wuchs in den 1870er Jahren fortwährend, nicht zuletzt durch die fünf Milliarden Goldfranc Kriegsentschädigung nach dem Deutsch-Französischen Krieg und die Ernennung Berlins zur Reichshauptstadt 1871. Lebten 1870 noch 800.000 Menschen in Berlin, konnte sich die Stadt schon in der zweiten Hälfte der 70er Jahre zu einer der weltweit sieben Millionenstädte zählen. In dieser Zeit industrialisierten Baugesellschaften den Wohnungsbau. Sie schufen ganze Fabriken, die nur mit der Produktion von Baumaterial beschäftigt waren, und auf dem Gelände des heutigen Helmholtzplatzes errichtete der Holländische Aktienbauverein sogar eine eigene Ziegelei. So konnte ein ganzes Grundstück mit fünfgeschossigem Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus in nur einem halben Jahr vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung bebaut werden.
Kurze Rezession und städtische Baumaßnahmen
Ab 1870 erteilten die Behörden nur noch Baugenehmigungen, wenn die Straße befestigt und gepflastert war. Im Jahr 1873 kam es zu einem großen Börsenkrach mit folgender Rezession. Die Bautätigkeit in Prenzlauer Berg nahm daraufhin rapide ab. Da man die eigenen Versäumnisse bei der Besiedlung des Gebietes erkannt hatte, und um die Bauwirtschaft anzukurbeln, begann die Stadt in den späten 1870ern damit, den späteren Prenzlauer Berg zu erschließen. Im Anschluss an die in diesem Bereich schon 1867 fertiggestellte Ringbahn ließ man auf einem 20 ha großen Gelände zwischen Ringbahn und Danziger Straße die IV. Gasanstalt der Stadt errichten. Der erste Gasbehälter war 1874 fertig gestellt, bis 1900 folgten fünf weitere.
Zwischen 1878 und 1881 errichtete der Magistrat auf einem knapp 48 ha großen Gelände östlich der Landsberger Allee den „Central-Vieh- und Schlachthof“, ebenfalls mit Bahnanschluss. Für viele Jahrzehnte war er eine der modernsten europäischen Anlagen dieser Art. 1886 folgten an der Prenzlauer Allee das „Städtische Hospital“ (seit 1934 Bezirksamt Prenzlauer Berg) und das „Städtische Obdach“ als Obdachlosenasyl. 1889 wurden im Stadtgebiet 13 Markthallen errichtet, um den Verkauf an zentrale Stellen zu verlagern und somit die Qualität der Waren überwachen zu können. In der Knaackstraße entstand die Markthalle XIII, die jedoch zu groß bemessen und aufgrund der hohen Standgebühren sehr schlecht ausgelastet war. Schon 1916 nutzte man das Gebäude für andere Zwecke. Auch um die Frage der Kanalisation kümmerte sich James Hobrecht – ab 1873 wurde sein Kanalisationsplan umgesetzt. Die großen Alleen im Prenzlauer Berg waren um 1885 kanalisiert, in den kleineren Straßen dauerte dies noch einige Jahrzehnte länger.
Trotz der verstärkten öffentlichen Bautätigkeit erholte sich die Bauwirtschaft auch in den 1880ern nur langsam. Die in den Jahren des Aufschwungs gebauten Wohnungen erwiesen sich als zu groß für den Normalverdiener, und so baute man nun vorrangig Häuser mit kleiner zugeschnittenen Wohnungen.
Erneuter Aufschwung
Mitte der 1890er Jahre erholte sich die Bauwirtschaft, und zur Jahrhundertwende erreichte die Bebauung die Danziger Straße. Die Investoren ließen die neu erschlossenen Grundstücke sehr dicht bebauen, sodass man sich gezwungen sah, Ende des 19. Jahrhunderts einige Einschränkungen in der Bauordnung zu erlassen. 1887 verbot der Magistrat das Errichten von Kellerwohnungen (es gab ca. 100.000 Wohnungen dieser Art in ganz Berlin), und 1897 gab es erstmals Vorschriften für größere Innenhöfe, sodass sich nun meist zwei Nachbargrundstücke einen Innenhof teilten, um den Anforderungen zu genügen. Die aufkommende Praxis, einen Hof mit zwei Seitenflügeln zu umbauen, wurde somit unterbunden. Trotzdem durften weiterhin zwei Drittel des Grundstücks bebaut werden, bei bereits bebauten Grundstücken lag diese Grenze sogar bei drei Vierteln.
In den Jahren um die Jahrhundertwende gab es wieder eine starke Bautätigkeit. Zwischen 1895 und 1910 entstanden Jahr für Jahr etwa 100 neue Häuser, auch die Seitenstraßen wurden nun dicht bebaut. In dieser Zeit ähnelten sich die Häuser immer mehr, und das typische Prenzlauer-Berg-Haus entstand: das 18 Meter breite Grundstück war auf voller Breite mit einem fünfgeschossigen Vorderhaus bebaut, in dessen Erdgeschoss Ladengeschäfte untergebracht waren. Darüber befanden sich pro Etage zwei Wohnungen, von der eine einen länglichen Raum hatte, der in den Seitenflügel hineinragte und von einem Fenster dort das Licht bekam; heute sind diese Räume unter dem Namen Berliner Zimmer bekannt. Mit dem Nachbargrundstück teilte man sich einen Hinterhof – das wohl typischste Zeichen der so genannten Mietskasernen, von denen es in Prenzlauer Berg noch heute über 3.000 gibt. Im Hinterhaus gab es pro Etage meist vier Wohnungen für ärmere Bevölkerungsschichten. Insgesamt bestand ein solches Haus also aus ein bis zwei Läden und dreißig bis vierzig Wohnungen. Je mehr sich der Aufbau der Häuser glich, umso mehr wurden sie individuell verziert. Die aufkommende industrielle Produktion verschiedenster genormter und daher zueinander passender Fliesen sorgte dafür, dass jedes Haus anders wirkte.
Mietskaserne
Vorantreiben der Bautätigkeit
Mietskaserne
Die Grundbesitzer forcierten häufig die Bautätigkeit in diesen Gebieten. Die bereits erwähnten Familien Griebenow, Büttner und Bötzow taten viel, um ihre Grundstücke gut verkaufen zu können. Sie gaben nun freiwillig Flächen für Straßen an die Stadt ab und stifteten Grundstücke für den Kirchenbau. So entstand die Immanuelkirche an der Prenzlauer Allee 1893 in völlig unbebautem Gebiet, und auch um die im selben Jahr eingeweihte Gethsemanekirche befand sich zu dieser Zeit noch keine Bebauung. Beide Grundstücke schenkten die Großgrundbesitzer den Kirchgemeinden: das Gelände der Immanuelkirche kam von der Familie Bötzow, das Gelände der Gethsemanekirche von der Witwe Griebenows, Caroline von Griebenow. Beide Schenkungen sollten sich rentieren, waren die umliegenden Gebiete doch schon Ende der 1890er vollständig bebaut.
Der bereits 1877 komplettierten Ringbahn kam nun eine neue Bedeutung zu. Errichtet als Verbindung der Berliner Kopfbahnhöfe und der Vorstädte untereinander, wurde sie nun Teil des innerstädtischen Nahverkehrs. Nachdem ab dem 1. Januar 1872 der Personenverkehr zwischen Moabit und Schöneberg aufgenommen worden war, baute man bereits 1890 den Nordring viergleisig aus, um Güter- und Personenverkehr zu trennen. Da die innerstädtischen Industriebetriebe – die das starke Wachstum des Prenzlauer Bergs auslösten – nun nach und nach in die Berliner Randbezirke zogen, verstärkte sich das Verkehrsaufkommen weiter. So wurde die Bahn bereits 1892 von 30 Millionen Fahrgästen genutzt.
Abschwung der Bauwirtschaft
1892
Um die Jahrhundertwende hatte Berlins Einwohnerzahl die Zwei-Millionen-Grenze erreicht und wuchs weiterhin um ca. 50.000 pro Jahr. Die Stadt hatte das Wachstum aber inzwischen im Griff, es entstanden Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, und 1908 war die Kanalisation endgültig fertig gestellt. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg verlor der Prenzlauer Berg an Bedeutung. Dazu trug die schlechte Anbindung an die Innenstadt bei, denn es gab zwar die Ringbahn, aber keine Schnellbahn ins Zentrum. Es existierten nur langsame Pferdeomnibuslinien. Später wurden sie zwar zu Pferdeeisenbahnlinien ausgebaut, aber dennoch waren sie der mobilen Bevölkerung zu langsam. Planungen für eine Hochbahn vom Alexanderplatz zum Ring existierten zwar seit Anfang des Jahrhunderts, doch wehrten sich die Anlieger der Schönhauser Allee gegen die Ausführung der Bahn als Hochbahn statt als Untergrundbahn. Gegen diese Stimmen beschloss der Magistrat im Februar 1906 die Ausführung als Hochbahn, die Anlieger wehrten sich aber weiterhin, indem sie notwendige Grundstücke für den Bahnhofsbau nicht verkauften. So konnte die Linie erst am 27. Juli 1913 eröffnet werden. Die auf Mobilität angewiesene Bevölkerung zog es deshalb in die gut erschlossenen westlichen Vorstädte Schöneberg, Charlottenburg und Wilmersdorf.
Die Bautätigkeit in Prenzlauer Berg nahm zu Anfang der 1910er Jahre ab und kam 1914 mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ganz zum Erliegen. Als der Krieg 1918 endete, herrschte daher wieder einmal große Wohnungsnot. Die Wirtschaft lag am Boden, und viele der Kriegsheimkehrer zog es in die Großstädte. Das bisher wenig genutzte Obdachlosenasyl an der Prenzlauer Allee, die „Palme“ (so genannt, weil anfangs eine Palme in einem Kübel am Einlass gestanden haben soll) stieß an die Grenzen seiner Kapazität – häufig nächtigten hier über 4000 Menschen. Die neue sozialdemokratische Regierung versuchte zudem, den Wohnungsbau sozialer zu gestalten, indem sie das Baurecht verschärfte und Höchstmieten festlegte. Durch diese staatliche Regulierung kam es bis Anfang der 1920er Jahre kaum zu Neubauten.
Der Zusammenschluss zu Groß-Berlin
1920er
Einschneidend für die Geschichte Berlins ist der 1. Oktober 1920, an dem – nach über zehnjährigem Ringen – „Groß-Berlin“ gegründet wurde. Das alte Berlin und sieben weitere Stadtgemeinden, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke fasste das Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin nun auch organisatorisch zu einer Stadt zusammen, nachdem sie bereits zusammengewachsen waren. Das neue Berlin war damit der Fläche nach zur zweitgrößten Stadt der Welt hinter Los Angeles geworden und war mit 3,8 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Welt nach London und New York. Die Stadt wurde in 20 Bezirke eingeteilt, von denen einer das „Prenzlauer Tor“ (Bezirk IV) mit rund 10 Quadratkilometern und 300.000 Einwohnern war. Schon ein Jahr später benannte man den Bezirk in „Prenzlauer Berg“ um.
Da durch die staatlichen Restriktionen kaum jemand baute, wurde in der Weimarer Republik nach der Inflation von 1923 ein Wohnungsbauprogramm gestartet. Weil das Immobilienvermögen im Gegensatz zum Geldvermögen durch die Inflation nicht geschmälert wurde und die Hausbesitzer so von der Inflation profitiert hatten, mussten sie nun auf eingenommene Mieten eine so genannte Hauszinssteuer zahlen. Diese Gelder kamen der neu gegründeten Wohnungsfürsorgegesellschaft zugute, die billige Kredite für Wohnungsneubauten vergab. So kam es ab Mitte der 1920er Jahre wieder zu einer verstärkten Bautätigkeit, vor allem nördlich der Ringbahn, aber auch an anderen Stellen wurden Baulücken geschlossen.
Die Bauten aus dieser Zeit unterscheiden sich stark von den Gebäuden der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Beim Entwurf der Neubauten wurde vor allem auf soziale Gesichtspunkte geachtet; sie wurden mit dem Ziel gestaltet, die Lebensbedingungen der darin wohnenden Menschen zu verbessern. In dieser Zeit herrscht der Bauhaus-Stil vor. Auf die Ornamente der Vorkriegszeit wurde verzichtet, die Häuser zeichnen sich durch einfache, unverzierte Außenseiten aus. Während früher jedes Grundstück durch eine andere Front auffiel, gab es nun durchgehende, gleiche Fassaden. Das bisher benutzte Schrägdach wurde durch Flachdächer ersetzt. So entstanden Ende der 20er Jahre Tausende neuer Wohnungen im Prenzlauer Berg. Zu den bekanntesten Berliner Siedlungen dieser Zeit gehören die von Bruno Taut und Franz Hoffmann 1927/28 errichtete GEHAG-Siedlung (siehe Foto) zwischen Greifswalder, Grell- und Rietzestraße in der Nähe des S-Bahnhofs Greifswalder Straße und die Wohnstadt Carl Legien (Taut und Franz Hilliger, 1928-30), ebenfalls in der Erich-Weinert-Straße (zwischen Gubitz- und Sültstraße). Weitere Beispiele sind Tauts Wohnanlage in der Paul-Heyse-Straße im östlichen Teil des Bezirks (1926/27) sowie der Bereich der nördlichen Dunckerstraße (Gudvanger Straße bis Prenzlauer Allee) erbaut 1926-28 von Paul Mebes, Paul Emmerich, Eugen Schmohl und anderen, eines der bis dato modernsten Wohnviertel Berlins.
Da sich das Stadtwachstum inzwischen auf weiter außen liegende Bereiche verlagert hatte, blieb die Bevölkerungszahl des Prenzlauer Bergs konstant, und die neuen Wohnungen nutzte man, um die vorher herrschende Überbelegung zu reduzieren.
Das Ende der Bautätigkeit
Eugen Schmohl
Ende der 1920er Jahre erreichte die Weltwirtschaftskrise Deutschland. Eine der Notverordnungen von Reichskanzler Heinrich Brüning kürzte die Hauszinssteuer, sodass der Hauptmotor des Wohnungsbauprogramms wegfiel. Damit endet auch das Kapitel der massiven Überbauung. Zu diesem Zeitpunkt lebten im Prenzlauer Berg über 325.000 Menschen in 100.000 Wohnungen – Experten gehen davon aus, dass der Prenzlauer Berg zu dieser Zeit eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt war, und das, obwohl ein Viertel der Fläche noch immer unbebaut und zur Bebauung vorgesehen war. Eine Statistik vom Anfang des Jahrhunderts zeigt, wie dicht Berlin besiedelt war. So lebten in London pro Haus im Schnitt gerade einmal acht Menschen, in New York 17 – im gesamten Berlin waren es 76 und im Prenzlauer Berg um die 110. Ein Ende der starken Berliner Bautätigkeit war damals aber noch nicht absehbar – aus dem Jahr 1913 existieren Wohnungsplanungen für Berlin für 21 Millionen Menschen.
Auch nach der Machtübernahme Hitlers änderte sich nichts am massiven Baurückgang. Das Stadtbild des Prenzlauer Berges veränderte sich so in den 30er Jahren kaum. Einige provisorische Gebäude ersetzte man durch Neubauten, die Siedlungen zwischen Eberswalder und Topsstraße (1937) und an der heutigen Anton-Saefkow- und John-Schehr-Straße (1939) entstanden, viele Straßen und Bürgersteige wurden saniert. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kam die Bautätigkeit völlig zum Erliegen.
Während dieser Zeit verübten die Nationalsozialisten ihre Gräueltaten auch im Prenzlauer Berg. Auf dem Gelände des Wasserturms im Zentrum des Bezirks entstand für einige Monate ein so genanntes „wildes Konzentrationslager“ zur Folterung und Ermordung von Gegnern des Regimes. Die Zahl der jüdischen Bewohner sank von über 20.000 schon bis 1939 auf unter 10.000. Nach Juden benannte Straßen benannten die Machthaber um. Jüdische Kinder durften keine öffentlichen Schulen mehr besuchen, weshalb die Schülerzahl in der 1904 gegründeten jüdischen Schule in der Rykestraße von 170 auf 750 stieg, bis auch diese 1941 schließen musste.
Nach dem Krieg
Zweiten Weltkrieges
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die neue Verwaltung eine Schadensbilanz erstellen und jedes Haus klassifizieren. Da der Prenzlauer Berg keine Flächenbombardements ertragen musste, fiel diese Bilanz im Gegensatz zu anderen Bezirken relativ günstig aus. Etwa 10% der Gebäude galten als vollkommen zerstört, 7% als schwer beschädigt und 11% als „wieder herstellbar“. 72% der Gebäude hingegen waren gar nicht oder nur leicht beschädigt und bewohnbar. Andere innerstädtische Bezirke wie Mitte und Tiergarten hatten 50% Verlust an Bausubstanz zu beklagen, der von der Bebauung her ähnliche Friedrichshain 40%. Inwieweit der Prenzlauer Berg als Arbeiterbezirk von den Alliierten absichtlich nicht bombardiert wurde, ist ungeklärt. Von Zerstörungen besonders betroffen waren strategische Ziele, also das Gaswerk, Bahnanlagen und wichtige Zufahrtsstraßen.
Schon relativ schnell begannen die Hausbesitzer, die Schäden zu reparieren und Lücken zu schließen. Dabei ging man behutsam vor, sodass der Gründerzeitstil erhalten blieb. Fassaden wurden zwar meist vereinfacht wiederhergestellt, Neubauten fügten sich aber in Größe und Form gut ins Stadtbild ein.
Die Teilung Berlins
Einen tiefen Einschnitt in die Stadtstruktur brachte der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Die städtebaulich stark miteinander verbundenen Bezirke Wedding und Prenzlauer Berg wurden praktisch über Nacht getrennt. Die Bilder von Menschen, die aus Häusern in der Bernauer Straße teilweise mehrere Stockwerke tief in den Westen sprangen, gingen um die Welt. Entlang der Grenze entstand ein Sperrgürtel, der durch den Abriss von Gebäuden geschaffen wurde.
Mit ihrem Konzept für Berlin mit der Konzentration auf das Zentrum um den Alexanderplatz förderte die DDR-Führung die großen Chausseen Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße. Den Wohnarealen dazwischen widmete sie sich nicht. Die alten gewerblichen Gebäude in den Höfen, die nun ungenutzt waren, verfielen ebenso wie die eigentliche Wohnsubstanz. Das Wohnungsbauprogramm der DDR war fast ausschließlich auf den Neubau von Plattensiedlungen in bisher unbebauten Gebieten ausgelegt – im Altbaubestand wurden nicht einmal dringende Reparaturen durchgeführt. Das Desinteresse des Staates an der vorhandenen Bausubstanz führte dazu, dass man teilweise nicht einmal mehr wusste, welche Wohnungen noch bewohnbar beziehungsweise bewohnt waren oder wer sich darin niedergelassen hatte. Die Einwohnerzahl sank rapide – vor allem junge Familien mit Kindern verließen den Bezirk, um in moderne Plattenbauwohnungen zu ziehen. In dieser Zeit bildete sich das alternative Flair des Bezirks. Wohnungen insgesamt waren knapp, und mit ein wenig Einsatz und Durchhaltewillen kam man hier schneller an eine eigene Wohnung als anderswo.
Sanierungsabsichten und Neubauten
Jahr für Jahr stieg die Zahl der unbewohnbaren Wohnungen. Die wenigen Instandsetzungen konnten dies nicht ansatzweise ausgleichen. Mitte der 70er Jahre änderte sich die Lage. Die immer noch vorhandenen Planungen, den ganzen Bezirk oder zumindest den Süden abzureißen, um Plattenbauten zu errichten, legte man aufgrund der Wohnungsnot auf Eis, und die Stadtplanungsbüros waren nun angewiesen, Lösungen zu finden. Kurze Zeit später lief das erste Pilotprojekt rund um den Arnimplatz an. Die Überbauung wurde durch Abriss von Seitenflügeln und Quergebäuden reduziert, auf den Freiflächen wurden Spielplätze angelegt. Die verbleibenden Gebäude wurden von Grund auf saniert. Durch Entkernungen und Grundrissvergrößerungen sank die Zahl der Wohnungen in dieser Zeit um 15%. Trotzdem sahen die DDR-Oberen das Projekt nicht als Erfolg an, denn es wurden keine neuen Wohnungen geschaffen, für die Bewohner mussten sogar Ausweichwohnungen freigehalten werden.
Pilotprojekt
Stattdessen riss man das im Mai 1981 stillgelegte Gaswerk an der Danziger Straße ab, um den schon zu NS-Zeiten bestehenden Plan zur Anlage eines Volksparks umzusetzen. Die unter Denkmalschutz stehenden Gasometer – praktisch Wahrzeichen des Bezirks – wurden dabei unter dem Vorwand statischer Probleme, gegen den Widerstand von Denkmalschützern und einer der in der DDR seltenen Bürgerinitiativen, am 28. Juli 1984 gesprengt. Der für DDR-Zeiten starke zivile Widerstand sprach sich für eine kulturelle Nutzung aus, wurde aber ignoriert. Ein neu errichtetes Planetarium an der Prenzlauer Allee sollte die Gemüter beruhigen. Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks entstanden neben dem „Ernst-Thälmann-Park“ inklusive eines gewaltigen Thälmann-Denkmals auch Hunderte neuer Plattenbauwohnungen. Offizielle Einweihung war am 15. April 1986. Auch auf unbebauten Gartengrundstücken östlich der Greifswalder Straße entstand eine Plattenbausiedlung.
Im Zuge der Vorbereitungen für die 750-Jahr-Feier Berlins 1987 wurde Anfang der 80er auch wieder begonnen, Altbauten zu sanieren. Die Husemannstraße am Kollwitzplatz sollte als eine Art Freilichtmuseum das Gebiet um die Jahrhundertwende zeigen. Auch in anderen Straßen stieg die Zahl der Sanierungen – aber nur, weil die Bausubstanz sonst kaum länger zu halten gewesen wäre. Schätzungsweise zwei Drittel der Dächer waren undicht. Die langfristigen Planungen des Staates sahen anders aus. Für das Jahr 1989 waren großflächige Abrissarbeiten im Bereich Rykestraße vorgesehen. So sollte Platz für neue Plattenbauten entstehen. In den Protokollen der Beratungen darüber finden sich eindeutige Vermerke darüber, dass dies kurzfristig geschehen sollte, um Widerstand in der Bevölkerung keine Chance zu lassen. Beispielsweise sollte der Magistrat umgangen werden. Nur die politische Wende im Land ließ diese Planungen nie Wirklichkeit werden.
Der Herbst 1989
Die politische Wende in der DDR ging auch vom Prenzlauer Berg aus. Schon 1987 verbreiteten Oppositionelle aus den Räumlichkeiten der Zionskirchgemeinde heraus kritische Zeitschriften (bspw. „Grenzfall“). Am 25. November 1987 wurden daher sieben von ihnen (darunter ein 14-Jähriger) bei der Durchsuchung der Räume von der Stasi verhaftet. Nach Gottesdiensten für die Inhaftierten und einem großen Medienecho in den Westmedien ließ man sie wieder frei. Die Räume in der Zionskirche wurden jedoch von der Stasi gesperrt, und die Aktivitäten verlagerten sich in die Gethsemanekirche. Diese stand ab dem 2. Oktober 1989 ständig für eine ununterbrochene Mahnwache für die politischen Gefangenen in der DDR offen. Neu gegründete Parteien und Organisationen organisierten sich von hier aus. Der Grenzübergang an der Bornholmer Straße war am 9. November 1989 der erste überhaupt, der geöffnet wurde.
Nach der Wende: Umfangreiche Sanierungsarbeiten
1989
Zur Wende lebten trotz des Neubaus der Plattenbausiedlungen nur noch ca. 160.000 Menschen im Prenzlauer Berg – nur noch halb so viele wie Ende der 20er Jahre. Grund hierfür war vor allem die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bausubstanz. Bleierne Wasserleitungen waren ebenso erneuerungsbedürftig wie undichte Gasleitungen, durch die unzählige Straßenbäume starben. Viele Wohnungen mussten noch immer mit Kohle beheizt werden und noch Anfang der 1980er gab es im Prenzlauer Berg über 16.000 Etagenklos. So wurde der Prenzlauer Berg Anfang der 1990er Jahre zum wohl größten Sanierungsgebiet Mitteleuropas. In fünf ausgeschriebenen Sanierungsgebieten wurde die Sanierung von 32.202 Wohneinheiten gefördert. Dabei sank die Anzahl der Wohnungen durch Vergrößerung der Fläche (z.B. zum Einbau von Innentoiletten) weiter, von 1981 bis 1991 um 2000 und bis 1995 nochmals um 3000 auf 86.435 Wohneinheiten.
1992 kam es im Prenzlauer Berg erstmals zu 1.-Mai-Krawallen. 1995 eskalierte die Lage am Kollwitzplatz, 100 Polizisten wurden verletzt. In den Folgejahren setzte die Polizei immer mehr Einsatzkräfte ein. Seit der Jahrtausendwende sind die Krawalle stark zurückgegangen.
Heute sind große Teile des Bezirks saniert und bilden das größte Gründerzeitgebiet Deutschlands – 67% aller Wohnungen stammen aus den wenigen Jahrzehnten zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg. Durch den Prozess der Gentrifizierung können sich allerdings einige der ursprünglichen Mieter das Leben dort nun nicht mehr leisten, dafür nimmt die Gastronomie ständig zu. Einige der ursprünglichen Bewohner klagen auch über den veränderten Charakter des Viertels; anstatt einer dort oft vermuteten auch politischen Szene stehe heute größtenteils Konsum im Vordergrund, die weiterhin vorhandene Armut im Bezirk werde gerne übersehen. Andere jüngere Leute lieben gerade die lebendige Mischung aus Kneipen und Kultur und sind in den letzten zehn Jahren zur Überraschung der Kommunalpolitiker und Journalisten mit ihren kleinen Kindern in den Bezirk gezogen. Wurde noch Mitte der 90er Jahre der Wegzug von Familien mit Kindern öffentlich beklagt, so gilt heute die Gegend um Helmholtz- und Kollwitzplatz als die kinderreichste der Stadt.
Leben & Kultur
Schon zu DDR-Zeiten prägten Studenten, Kulturinitiativen und Literaten das Image des Prenzlauer Bergs. Nach dem Fall der Mauer hat sich der Prenzlauer Berg zum „Szeneviertel“ entwickelt und ist vor allem für sein ausgeprägtes Nachtleben und die Vielzahl an Kneipen, Cafés und Clubs bekannt.
Besonders am Kollwitz- und Helmholtzplatz gibt es viele unterschiedliche Restaurants und Cafés. In der Kastanienallee finden sich außerdem viele kleinere Geschäfte, das Kino Lichtblick und das Dock11-Theater. Die Kulturbrauerei, die sich im Gebäudekomplex der ehemaligen Schultheiss-Brauerei an der Schönhauser Allee/Danziger Straße befindet, der von September 1998 bis Januar 2001 saniert wurde, ist ein Zentrum des kulturellen Lebens im Prenzlauer Berg. Hier befinden sich Kinos, Restaurants und Theater: Das schon 1922 in Berlin gegründete russische Kammertheater und das Theater Rambazamba, in dem der Verein Sonnenuhr e.V. mit geistig behinderten Künstlern arbeitet. Daneben befinden sich auf dem Areal auch Veranstaltungsräume, Clubs, und die „literaturWERKstatt“.
Der kommerzielle Mittelpunkt des Stadtteils liegt beim S-Bahnhof Schönhauser Allee, wo die „Schönhauser Allee Arcaden“, ein Einkaufszentrum nach dem typischen Muster der ostdeutschen Nachwendejahre, Kunden auch aus dem ursprünglichen Pankow anziehen. Typisch für den Bezirk sind kleine autonome Läden wie das Hinterhof-Antiquariat.
Unter den vielen Klubs im Prenzlauer Berg sind die Stammclubs vieler Berliner Bands wie Rammstein, den Beatsteaks oder Rosenstolz. Wichtige Klubs sind beispielsweise der Knaack-Klub und der Magnet-Klub in der Greifswalder Straße, in der Kulturbrauerei neben dem NBI der Frannz Klub, das Kesselhaus, der Soda Club und fünf weitere Clubs. Weiterhin Pfefferberg, Prater und Steinhaus.
Personen
Rosenstolz
Die Personen, die den Bezirk prägten, sind vor allem Künstler. Am 20. August 1892 nimmt Max Skladanowsky seinen Bruder Emil im Eckhaus Schönhauser Allee/Kastanienallee bei gymnastischen Übungen auf: dies sind die ersten deutschen Filmaufnahmen überhaupt. Noch viele Jahre nutzte Skladanowsky den Dachboden für filmische Zwecke. Schon 1856 gründete Gustav Langenscheidt in einem der ersten Häuser der Schönhauser Allee seinen Verlag. Berühmt über die Grenzen des Bezirks hinaus wurden auch Max und Charlotte Konnopke. Sie gründeten an der Ecke Schönhauser Allee/Danziger Straße am 4. Oktober 1930 ihren ersten Imbiss. „Konnopke's Imbiß“ (heute Schönhauser Allee/Eberswalder Straße) soll heute die besten Currywürste Berlins verkaufen. Er ist eine Touristenattraktion und Lieblingsimbiss berühmter Personen gleichermaßen.
Während der NS-Zeit war der Arbeiterbezirk eine Hochburg des Widerstandes. Berühmte Antifaschisten wie Anton Saefkow, Käthe Niederkirchner und Heinz Kapelle agierten von Prenzlauer Berg aus. Doch auch sie konnten nicht verhindern, dass viele jüdische Bewohner des Prenzlauer Bergs, wie der spätere Präsident des Zentralrats der Juden Heinz Galinski, deportiert wurden. Der jüdische Maler Max Liebermann war bereits 1935 gestorben und auf dem Jüdischen Friedhof Prenzlauer Berg beigesetzt worden. Zur Beerdigung trauten sich nur wenige. Eine davon war die wahrscheinlich berühmteste Einwohnerin des Prenzlauer Bergs, Käthe Kollwitz. Sie wohnte seit 1891 mit ihrem Mann, dem Arzt Dr. Karl Kollwitz, in einem Haus am heute nach ihr benannten Kollwitzplatz. Ihr Haus wurde bei Bombenangriffen im November 1943 mitsamt vieler Werke zerstört. Heute erinnert hier ein künstlerisches Denkzeichen an Käthe Kollwitz.
Nach dem Krieg waren es wieder vorrangig Künstler, die den Bezirk prägten. In den 50er und 60er Jahren lebten hier unter anderem die Schriftsteller Bruno Apitz („Nackt unter Wölfen“), Peter Hacks, Heinz Kahlau, Herbert Nachbar und Dieter Noll, aber auch der Sänger Fredy Sieg. Weitere Persönlichkeiten sind die Schriftsteller Klaus Schlesinger und Klaus Kordon, die Politiker Andreas Matthae, Wolfgang Thierse und sein Vorgänger als Vorsitzender der SPD der DDR Ibrahim Böhme, sowie der Filmemacher Andreas Weiß. Auch Angela Merkel lebte zu DDR-Zeiten im Bezirk.
Auch heute wohnen und arbeiten hier viele Künstler, darunter die bildenden Künstler Olaf Nicolai und Cornelia Schleime, die Schauspieler Heike Makatsch und Matthias Schweighöfer oder die Moderatorin Sarah Kuttner.
Verkehr
Sarah Kuttner
Der Prenzlauer Berg ist gut erschlossen. Die wichtigsten Straßen sind die stadtauswärts führenden ehemaligen Chausseen (Greifswalder Straße; Prenzlauer Allee; Schönhauser Allee) und die rechtwinklig dazu verlaufenden großen Straßen (Danziger Straße; Bornholmer Straße; Wisbyer Straße; Ostseestraße), die einst als Ringe um die Stadt konzipiert waren. Das Straßennetz mit 192 Straßen hat eine Länge von 92 Kilometern, bedingt durch die Blockstruktur vergleichsweise wenig. Weitere wichtige Straßen sind Bötzowstraße, Hufelandstraße, Winsstraße, Kollwitzstraße, Sredzkistraße, Pappelallee, Raumerstraße, Gneiststraße, Stargarder Straße, Kastanienallee, Oderberger Straße, Schwedter Straße und Gleimstraße. Wichtige Plätze sind Arnimplatz, Falkplatz, Helmholtzplatz (Helmi), Humannplatz, Kollwitzplatz (Kolle), Senefelderplatz, Teutoburger Platz und Arnswalder Platz.
Helmholtzplatz
Prenzlauer Berg ist durch den S-Bahn-Ring, eine U-Bahn-Linie, neun Straßenbahnlinien und einige Buslinien sehr gut durch den öffentlichen Personennahverkehr erschlossen.
Die Ringstrecke der S-Bahn Berlin zählt auf dem Gebiet des Stadtteils fünf Bahnhöfe (Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Greifswalder Straße, Landsberger Allee und Storkower Straße). An den ersten vier Bahnhöfen kann zur Straßenbahn umgestiegen werden, an der Schönhauser Allee außerdem zur U-Bahn.
Die Linie 2 der Berliner U-Bahn verläuft mit drei Bahnhöfen (Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee) unter und über (
Berliner UrstromtalDas Berliner Urstromtal entstand als Teil des Warschau-Berliner-Urstromtals am Ende der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, vor rund 18.000 Jahren als Entwässerungsbahn der Frankfurter Staffel. Zusammen mit dem weiter südlich gelegenen Baruther Urstromtal bildete es sich im Brandenburger Stadium der Weichsel-Eiszeit heraus. Während das Baruther Urstromtal die Brandenburger Eisrandlage entwässerte, geht das Berliner Tal auf die nördlich gelegene Frankfurter Staffel zurück.
Der Verlauf des Urstromtales lässt sich etwa durch die Linie Eisenhüttenstadt, Müllrose, Fürstenwalde/Spree, Berlin (Zentrum), Falkensee, nördlich von Nauen, Friesack beschreiben. Westlich des Städchens Friesack vereinigt sich das Berliner Urstromtal mit dem Eberswalder Urstromtal um noch weiter westlich, bei Havelberg in das Elbe-Urstromtal einzumünden.
Nach Norden ist das Tal von den Grund- und Endmoränenplateaus Land Lebus, Barnim und Ländchen Glien begrenzt, die wiederum weiter nördlich zum Eberswalder Urstromtal abfallen. Südliche Talbegrenzungen bilden die Beeskower Platte sowie die flachwelligen Plateaus Teltow und Nauener Platte, die allesamt aus eiszeitlichen Ablagerungen (Geschiebemergel und Sand) bestehen. Innerhalb des Urstromtales ragen einige kleinere Plateaus inselartig aus diesem hervor. Bekanntestes Beispiel sind die Müggelberge in Südosten Berlins. An mehreren Stellen, zum Beispiel zwischen Beeskower Platte und Teltow sowie zwischen Barnim und Glien münden kleinere Urstromtalungen in das Berliner Urstromtal ein. Dort ist die Grenze des Urstromtales unscharf.
Das Urstromtal selbst wird aus mächtigen Sanden aufgebaut, die mehr als 20 Meter Mächtigkeit erreichen können. Sie sind wertvolle Grundwasserspeicher und ermöglichen zum Beispiel die Selbstversorgung Berlins mit Trinkwasser. Die Oberfläche des Tales ist im Idealfall tischeben. Da aber das Eis während der Weichsel-Eiszeit deutlich weiter nach Süden vorstieß, bildeten sich durch die Schmelzwassertätigkeit im Berliner Urstromtal zahlreiche Toteiskörper, die nachfolgend austauten und heute Seen bzw. feuchte Niederungen bilden. Bekannt sind der Müggelsee und der Tegeler See. Andererseits wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit im Urstromtal ausgedehnte Dünen aufgeweht, die bis zu 30 Meter Höhe erreichen (Püttberge). Auch die Überformung durch die Spree war in einigen Teilen des Urstromtales, vor allem um Fürstenwalde, beträchtlich.
Das heutige Landschaftsbild des Berliner Urstromtales ist zweigeteilt: Während östlich Berlins bis zur Oder aufgrund des niedrigen Grundwasserstandes Kiefernforsten vorherrschen (Ausnahme: Spreeniederung), dominieren westlich Berlins feuchte Niederungen und Moorgebiete das Erscheinungsbild.
In dem Urstromtal, das die gewaltigen Schmelzwasserströme ausbildeten, fließen heute die vergleichsweise kleinen Flüsse Spree, Dahme und weiter westlich die Havel.
Da Urstromtäler generell (ob Sand oder Moor) mittelalterliche Verkehrshindernisse darstellten, bündelten sich die Handelswege bevorzugt an Engstellen, wo das Urstromtal vergleichsweise bequem zu durchqueren war. An einer der markantesten Engstellen gründeten Händler die Stadt Berlin. Aber auch Müllrose und Fürstenwalde wurden an Engstellen gegründet.
Kategorie:Berlin
Kategorie:Gewässer in Berlin
Teltow (Landschaft)Der Begriff Teltow bezeichnet heute eine geologische Hochfläche und ein Landschaftsgebiet in Brandenburg und Berlin. Als eines der historischen Kerngebiete der Mark Brandenburg hatte der Teltow im 12. und 13. Jahrhundert eine große geschichtliche Bedeutung. Zwischen 1816 und 1952 bestand die politische Gliederung Landkreis Teltow, zudem trägt eine direkt südlich von Berlin gelegene Stadt den Namen Teltow.
Teltow
Geologie
Teltow
Eiszeitliche Prägung
Der Teltow war weder in geschichtlicher noch in landschaftlicher Hinsicht ein einheitliches Gebiet. Der heute gängige Begriff ist über eine geologische Hochfläche definiert, die ihre natürlichen Grenzen in den Flussläufen von Dahme (Ost), Spree (Nord) und Nuthe-Havel (West) sowie im Baruther Urstromtal (Süd) findet.
Die Brandenburg-Berliner Hochfläche Teltow entstand vor rund 15.000 Jahren im Brandenburger Stadium der Weichsel-Eiszeit. Die Wassermassen der abtauenden Gletscher hinterließen zwischen der Endmoräne Fläming bzw. dem vorgelagerten Baruther Urstromtal und dem Berliner Urstromtal mehrere flachwellige Ablagerungen aus Geröll, Mergel und Sand, darunter die bis zu 15 Meter dicke Schicht des Teltow südlich Berlins. Die Havel trennte die nordwestlich gelegene Nauener Platte vom Teltow, die Nuthe-Nieplitz-Niederung die Sanderhochfläche Zauche im Südwesten und das Berliner Urstromtal die Hochfläche des Barnim. Auf dem Teltow-Plateau bildete sich eine tundraähnliche Landschaft mit spärlichem Bewuchs und vom Wind aufgetürmten Dünen heraus. Reste von angestauten Schmelzwasserseen wie die Seenkette Selchower See, Blankenfelder See und Rangsdorfer See sowie einige kleinere Stillgewässer, die aus Toteisblöcken entstanden, lockern die karge Fläche auf.
Die größten Erhebungen hat die Hochfläche auf dem heutigen Berliner Stadtgebiet mit dem 103 m NN hohen Schäferberg in Wannsee und den 97 m NN hohen Havelbergen im Grunewald, die vermutlich als Seitenmoräne eines angenommenen Havel-Gletschers den westlichen Rand des Teltow bilden. Zwischen 1901 und 1906 wurde der Teltowkanal gebaut, der auf 38 Kilometer Länge durch das südliche Berlin und Berliner Umland die Havel mit der Dahme verbindet.
Teltowkanal
Plateau mit Nordhang in Berlin
Auch der Berliner Kreuzberg im gleichnamigen Bezirk zählt geologisch zum Teltow. In den zubetonierten Berliner Bereichen östlich des Kreuzberges rollt man geologisch betrachtet den Nordhang des Teltower Plateaus hinunter in das Tal der Spree beziehungsweise Berliner Urstromtal, wenn man auf dem leicht abschüssigen Mehringdamm vom Flughafen Tempelhof zur Gneisenaustraße fährt; der Mehringdamm wird dank seines Gefälles für Seifenkistenrennen genutzt. Auch die zwischen Columbiadamm und Hermannplatz sanft abfallende Neuköllner Hermannstraße liegt auf dem Teltow-Nordhang. Es ist nicht unumstritten, ob die bis zu 115 m NN hohen Müggelberge im Südosten Berlins gleichfalls dem Teltow zugeordnet werden sollen; hinsichtlich der geologischen Einordnung ist das insofern bedingt richtig, als die Berge auf der gleichen geologischen Platte liegen, allerdings durch den Flusslauf der Dahme abgetrennt werden. Mit der Festlegung der Dahme als östliche Begrenzung des Teltow dürfen die Müggelberge dem Gebiet nicht zugerechnet werden – geologisch nicht und auch nicht als Zugehörigkeit zur Landschaft Teltow.
Dahme
Nahezu sämtliche Berliner Bezirke und Regionen südlich der Spree und westlich der Dahme zählen – abgesehen von den Teilen der Innenstadtbereiche, die unmittelbar in der Flussniederung an der Spree liegen – somit zum Teltow. Nördlich der Spree liegt Berlin wiederum zum großen Teil auf der Platte des Barnim. Damit hatte Berlin eine erhebliche Bedeutung als Flussübergang zwischen den Hochflächen, der vom Mühlendamm zwischen den beiden Gründungsstädten Cölln im Süden (auf der Spreeinsel, deren nördlicher Teil heute als Museumsinsel bezeichnet wird) und Berlin im Norden gebildet wurde. Noch heute verbindet der Mühlendamm im Zentrum der Stadt die Insel mit dem Molkemarkt.
Namensgeber Teltefließ (Bäke)
Der Begriff Teltow geht nach den Analysen von Gerhard Schlimpert auf den ursprünglichen germanischen Namen Telte (aus tel, til, Tilithi) des Bäkefließes zurück, das in der Slawenzeit das Suffix -ow (ov) (Tel-tova) erhielt und mit größter Wahrscheinlichkeit das »Land an der Telte« bedeutete. Die Etymologie hinsichtlich des germanischen Stammes bleibt dabei unklar. Die Bäke ist ein ehemals wasserreicher Bach, der ursprünglich vom Berlin-Steglitzer Fichtenberg bis zum Griebnitzsee bei Potsdam floss und heute nur noch in zwei kleinen Teilstücken besteht. Der Teltowkanal nutzte für seine Streckenführung das von dem Fließ ausgeprägte Bäketal, so dass der Bach weitgehend im Kanal aufgegangen ist. Nach Schlimpert war der Teltow als »Land an der Telte« seinerzeit auf das Gebiet an der Bäke beschränkt, die Telte wurde zur Unterscheidung mit dem in Brandenburg mehrfach vorkommenden Begriff Bäke = allgemein für Bach belegt. Der Landschaftsname Teltow wiederum wurde auf den Ort Teltow übertragen. Ableitungen des Begriffs Teltow aus dem slawischen tele = Kalb, Kälberwiese und weitere in der Literatur vorhandene Versuche zur Begriffsklärung sind laut Schlimpert sehr wahrscheinlich unzutreffend.
Landschaft, Landkreis
Gebiet
Teltow
Die unscharf definierte Landschaft Teltow umfasst heute in der Regel ein etwas größeres Gebiet als die geologische Hochfläche, da auch Dörfer und Städte der Niederungen dem Teltow zugerechnet werden. Beispielsweise rechnet Schlimpert die ehemals selbständigen Dörfer Nudow und Philippsthal aus der seit 2003 bestehenden Gemeinde Nuthetal in der Nuthe-Niederung hinzu.
Zum alten Siedlungsland Teltow zählen die südlichen Gebiete Berlins und die gleichnamige Stadt Teltow, ferner Stahnsdorf, Kleinmachnow, Ludwigsfelde, Sperenberg, Zossen und Mittenwalde. Der Naturpark Dahme-Heideseen umfasst einen Teil des östlichen Teltow. Im Rahmen der erst 2003 gegründeten Regionalparks in Brandenburg und Berlin ist der Regionalpark Teltow unter anderem um die Schaffung eines ökologischen Ausgleichraums zur Millionenstadt Berlin bemüht.
Landkreis Teltow
Der Landkreis Teltow, der von 1816 bis 1952 bestand, umfasste am 1. Januar 1945:
- die 6 Städte Königs Wusterhausen, Mittenwalde, Teltow, Teupitz, Trebbin und Zossen
- sowie 105 weitere Gemeinden
- und 4 Gutsbezirke (Forsten).
Eine Pfingstfahrt in den Teltow
Zossen
Der Schriftsteller Theodor Fontane unternahm in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Fahrt von Berlin über die damals selbständigen Dörfer Rixdorf, dem Kerngebiet des heutigen Stadtteils Berlin-Neukölln und Rudow, das heute gleichfalls zu Berlin-Neukölln gehört, nach „Königs Wusterhausen“. In den Wanderungen durch die Mark Brandenburg schildert Fontane sein Reiseerlebnis unter der Überschrift Eine Pfingstfahrt in den Teltow einleitend wie folgt:
Es reist sich schön an einem Pfingstsonnabend in die Welt hinein, es sei wohin es sei. Die Natur lacht und die Menschen auch; die Sonne geht in Strahlen unter, die Rapsfelder blühen und selbst die Windmühlenflügel schwenken einen grünen Maienbusch in die Luft.
«Rixdorf» rüstete sich zum Fest. Die Mägde, kurzärmelig und aufgeschürzt, standen auf den Höfen und wuschen und scheuerten, die kupfernen Kessel blinkten wie Gold und ein paar Kinder, die gerad' aus dem Tümpelbade kamen, liefen nackt über den Weg und wirbelten den Staub auf. Der Tümpel blieb ja für ein zweites Bad.
In «Rudow» schnitten die Jungen Kalmus; über Waltersdorf spannten die Linden ihren Schirm,; Kiekebusch aber, als schäm' es sich seines Namens, kuckte, nicht mehr aus Busch und Heide, sondern aus hohen Roggenfeldern hervor.
Und nun Heidereviere; dann wieder freies Feld, bis plötzlich die Höhe, darauf wir fahren, steil abfällt und ein von Waldungen eingefaßtes Kesseltal vor uns liegt, in das wir hinunterrollen. Die Postillone blasen (wir haben drei Beichaisen), einzelne Häuser schimmern hinter Bäumen und Sträuchern hervor, jetzt werden ihrer mehr, die Leute vor den Türen richten sich auf und die Straßenjugend wirft ihre Mützen in die Luft und schreit Hurra. Es ist ein Lärm, der einer Residenz zur Ehre gereichen würde, und doch ist es nur «Wusterhausen», in das wir einfahren. Freilich Wusterhausen zu «Pfingsten».
Geschichte
Frühe Besiedlung
Funde belegen, dass der Teltow bereits vor ca. 8.000 bis 10.000 Jahren besiedelt war. Am Steglitzer Fichtenberg, dem Quellberg der Bäke (Telte), wurden Steinbeile aus der letzten Periode der Altsteinzeit und Feuersteinmeißel aus der Mittelsteinzeit ausgegraben. Beim Bau des Teltowkanals fanden sich eiszeitliche Mammutknochen und an den Rauhen Bergen östlich von Steglitz bearbeitete Feuersteinstücke aus der gleichen Epoche. Auch am ehemaligen Wukesee zwischen den heutigen Berliner Stadtteilen Lankwitz und Mariendorf lebte eine Gruppe steinzeitlicher Menschen.
Mariendorf
Mehrere Bronzeschmieden wurden entdeckt, deren Alter auf rund 4.000 Jahre geschätzt wird. Die bedeutendste, heute zu besichtigende Ausgrabung aus der germanischen Zeit ist eine Dorfsiedlung bei Klein-Köris am östlichen Teltow-Rand. Bei Ausschachtungen auf dem Klinikumgelände der Freien Universität Berlin, das unmittelbar an den heutigen Bäkepark grenzt, stießen Archäologen auf ein Dorf aus der Eisenzeit vor rund 2.500 Jahren. Die bäuerliche Siedlung lag auf einem Hang über dem Fluss- und Sumpfgebiet des Bäketals und bestand aus Pfostenhäusern mit Lehmwänden.
Kerngebiet der Mark Brandenburg
Als im Zuge der Völkerwanderungen im 4. und 5. Jahrhundert die Sueben, der elbgermanische Teilstamm der Semnonen, bis auf wenige Restgruppen ihre Heimat an Havel und Spree in Richtung Oberrhein, Schwaben verließen, zogen im späten 7. und im 8. Jahrhundert in den vermutlich weitgehend siedlungsleeren Raum Slawen ein. Im Teltow siedelten die Stodoranen, deren Fürst Jaxa von Köpenick erbitterter Gegenspieler von Albrecht dem Bären, dem Gründer und ersten Markgrafen der Mark Brandenburg, war. Westlich gegenüber in der Zauche und im Havelland, getrennt durch die Flusslinie Nuthe-Havel, lebte der slawische Stamm der Heveller, der mit dem Askanier Albrecht verbündet war. Nutheburgen bei Potsdam, Drewitz, Kleinbeuthen und Trebbin sicherten die politische Trennungslinie des Flusses zwischen Teltow und Zauche.
Die slawische Zeit ging mit der Gründung der Mark und dem folgenden deutschen Landesausbau nach Osten zu Ende, Teile des Teltow gehörten neben der Zauche und dem Havelland zu den Kerngebieten der jungen Mark Brandenburg. Im Zuge der geschickten Siedlungspolitik der askanischen Markgrafen (siehe ausführlich Kloster Lehnin) wurden weitere Teile des Teltow erschlossen. Neue Dörfer mit Kirchen entstanden in schneller Folge, einige slawische Siedlungen wurden übernommen und ausgebaut. Zwischen dem fruchtbaren Bäketal und dem Schlachtensee bauten im heutigen Berlin-Zehlendorfer Staddteil Düppel eintreffende Siedler im Jahre 1170, kurz nach Gründung der Mark, gemeinsam mit hier ansässigen Slawen ein Dorf auf und aus. Um 1230 bestand die Siedlung aus 16 Höfen, die zum Schutz hufeisenförmig um einen großen Dorfplatz, den Weideplatz für die Tiere, gelagert waren. Dieses Dorf am Landschaftsschutzgebiet Krummes Fenn ist freigelegt, nachgebaut und heute in den Sommermonaten als Museumsdorf Düppel zugänglich.
Museumsdorf Düppel
Am 7. März 1232 fand der Name Teltow erstmals in einer Urkunde der Stadt Spandau, heute Berlin-Spandau, als „Flecken“ Erwähnung. Das Teltow-Dorf Stegelitze (Steglitz) ist erstmals 1242 in einer Schenkungsurkunde von Heinrich von Stegelitze nachweisbar, in der er das Dorf Arnestrop (Ahrensdorf) dem Kloster Lehnin übereignete. Ebenfalls noch im 13. Jahrhundert gründeten Flämische Siedler wenige Kilometer flussabwärts das Dorf Lichtervelde (Lichterfelde), das 1870 zu Steglitz und mit Steglitz 1920 zu Berlin kam. Die Einbeziehung des gesamten Teltow bis zum Fluss Dahme in die Mark Brandenburg war um 1230 abgeschlossen.
Schlacht bei Großbeeren
Der wuchtige, 32 Meter hohe Gedenkturm in Großbeeren erinnert an die gewaltige Schlacht vom 23. August 1813, in der Preußen mit den verbündeten Russen und Schweden das Heer Napoleons im Teltow vorentscheidend schlug. Das Museum des Teltow in Wünsdorf präsentiert in der Dauerausstellung Streiflichter aus der Geschichte der Teltowlandschaft Fundstücke und Requisiten aus verschiedenen Jahrhunderten.
Terra incognita
Noch sieben Jahre vor ihrer Eingemeindung waren den Berlinern viele Dörfer des ehemaligen Teltow-Kerngebietes südlich der Stadt weitgehend unbekannt, wie Wilhelm Spatz 1913 feststellte: Das Gebiet direkt südlich von Berlin …, also das eigentliche Kernland des Kreises, ist den meisten Berlinern eine »terra incognita«! Ein wie reizvolles Beispiel früh mittelalterlicher Baukunst die Kirche des von Steglitz angekauften „Klein-Ziethen“ ist, wie hübsch die Gegend um den Rangsdorfer See herum, … wie schöne Blicke sich auf die Berliner Vororte insonderheit Lichterfelde und Steglitz von der Gegend bei Genshagen aus bieten, davon weiß der Normalgroßstädter ebenso viel oder wenig, wie von den Teltowstädtchen, z.B. „Mittenwalde“, wo Paul Gerhard »Nun ruhen die Wälder« dichtete …
Diese Zeilen schrieb Wilhelm Spatz im Groß Berliner Kalender, Illustriertes Jahrbuch 1913.
Es verwundert bei so viel Unkenntnis nicht, dass Orte wie Steglitz, Lankwitz und Treptow – in eben diesem Kalender – den Hauptstädtern in ganzseitigen Werbeanzeigen ihre landschaftlichen Vorzüge, öffentlichen Einrichtungen und preiswerte(n) Wohnungen in jeder Größe, mit und ohne Garten, mit allen Einrichtungen der Neuzeit … (Anzeige Steglitz) anpriesen.
Quellen, Verweise
Literatur
- Gerhard Schlimpert, Brandenburgisches Namensbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow , Hermann Böhlaus Nachf., Weimar, 1972. Zitat Seite 187
- Prof. Dr. Wilhelm Spatz, Aus der Vergangenheit des Kreises Teltow, in: Groß Berliner Kalender, Illustriertes Jahrbuch 1913, Hrsg. Ernst Friedel, Verlag von Karl Siegismund Königlich Sächsischer Hofbuchhändler, Berlin 1913. Zitat Seite 212f; Zitat Anzeige Steglitz S. 407
- Max Philipp, Steglitz in Vergangenheit und Gegenwart , Kulturbuch Verlag, Berlin 1968
- Herbert Lehmann, Das Bäketal in vorgeschichtlicher Zeit, Verwaltungsbezirk Berlin-Steglitz (Hrsg.) 1953, Broschüre
- Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Blankensee, Ullstein Frankfurt/M, Berlin, Ausgabe 1998 ISBN 3-548-24381-9 Zitat Seite 274
- Carsten Rasmus, Bettina Rasmus, Berliner Umland Süd, KlaRas-Verlag, Berlin 2002 ISBN 3-933135-10-9
- [http://www.lutz-partenheimer.de/ Lutz Partenheimer]: Albrecht der Bär. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln 2003 ISBN 3-412-16302-3
Weblinks
- [http://www.dueppel.de/anreise/index.htm Museumsdorf Düppel]
- [http://www.bit-ev.de/archiv/aktionen/2004/regionalpark.html Regionalpark Teltow]
- [http://www.museen-brandenburg.de/html/musteltwuen1.htm Museum des Teltow]
- [http://www.regionalpark.de Regionalparks in Brandenburg und Berlin]
- [http://www.reiseland-brandenburg.de TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH]
- [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de Landesanstalt für Großschutzgebiete Brandenburg]
- [http://www.brandenburg.adfc.de ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, Landesverband Brandenburg]
Kategorie:Berlin
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Kategorie:Geographie (Brandenburg)
Kategorie:Heimatgeschichte
Kategorie:Berliner Geschichte
Kategorie:Historische Landschaft
GamengrundDer Gamengrund ist eine 300 bis 400 Meter breite eiszeitliche Rinne durch den Barnim, etwa von Tiefensee bis Eberswalde verlaufend und ein für Brandenburg bedeutendes Geotop. Im Landschaftsschutzgebiet Gamengrund am Rande des Prötzeler Forst mit dem Blumenthal liegen etwa 20 langgestreckte, schmale Rinnenseen wie der Gamensee bei Tiefensee und nördlich anschließend der Mittelsee, südlich von Höhenland. Schon Fontane beschreibt in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg unter Werneuchen die Sommerfrische im romantischen Gamengrund. Auch dem Blumenthal am östlichen Ufer des Gamensees (der Name kommt von dem Blumenreichtum dieser Waldlandschaft) widmet er ein eigenes Kapitel. Der Gamengrund ist auch heute eine beliebte Strecke für Wanderungen und Radtouren, da er vom nahen Berlin aus sowohl mit der ODEG Regionalbahn vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg nach Tiefensee als auch über die B 158 gut erreichbar ist. Die 66-Seen-Regionalparkroute führt mit der Teilstrecke Tour 6 durch den Gamengrund. Die Bahnstrecke Tiefensee - Sternebeck kann seit 2005 mit Draisinen befahren werden.
Literatur
- Kurt Kretschmann: Landschaftsschutzgebiet Gamengrund-Seenrinne, VEB Bibliograph. Institut, 1957
Weblinks
- [http://people.freenet.de/reichweinverein/Gamen.html Bilder]
- [http://www.draisinenbahn.de Draisine]
- [http://www.barnim-oderbruch.de/index.php?id=100&type=1 Der Blumenthal und Fontane]
Kategorie:Brandenburgische Landschaft
Kategorie:Wandern
Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
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Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wu | | |