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Berlin-Literatur

Berlin-Literatur

Literatur über Berlin ist, um mit Theodor Fontane zu sprechen, der auch seinen Teil dazu beigesteuert hat, „ein weites Feld“. Hier soll der Versuch gemacht werden, aus der unüberschaubaren Fülle die interessantesten und wichtigsten Bücher vorzustellen.

Vor- und Frühgeschichte


- Adriaan von Müller, Jahrtausende unter dem Pflaster von Berlin, Edition Praeger, 1973, ISBN 3779640120
- Adriaan von Müller, Die Archäologie Berlins, Gustav Lübbe Verlag, 1986, ISBN 3785704305
- Adriaan von Müller, Unter dem Pflaster Berlins, Ein archäologischer Streifzug. Argon Verlag, 1995

Historische Stadtbeschreibungen


- Friedrich Nicolai, Beschreibung der königlichen Residenzstadt Berlin, Propyläen, Berlin 1987, (dieser Ausgabe zugrunde liegt Friedrich Nicolais "Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, und der umliegenden Gegend", dritte völlig umgearbeitete Auflage, Berlin 1786).
- Max Ring, Die deutsche Kaiserstadt Berlin und ihre Umgebung, Leipzig 1883; Reprint der Originalausgabe in 2 Bänden von 1883-1884 nach dem Exemplar der Universitätsbibliothek Leipzig, Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1987.
- Robert Springer, Berlin - Die deutsche Kaiserstadt nebst Potsdam und Charlottenburg mit ihren schönsten Bauwerken und hervorragendsten Monumenten, Darmstadt 1876, Reprint der Originalausgabe von 1876, Leipzig 1988.

Stadtbeschreibungen des 20. Jahrhunderts


- Otto Friedrich, Weltstadt Berlin, Größe und Untergang 1918-1933, Verlag Kurt Desch, München 1973 (Amerikanische Originalausgabe: "Before the Deluge", 1972); Otto Friedrich, geb. 1929, war Historiker an der Harvard-Universität.
- Ruth Glatzer (Hrsg.), Berlin zur Weimarer Zeit, Panorama einer Metropole 1919 - 1933, Siedler Verlag, Berlin 2000.
- Ulrich van der Heyden & Joachim Zeller (Hrsg.), Kolonialmetropole Berlin, Berlin Edition, Berlin 2002 ISBN 3814800923
- Fred Hildenbrandt, ... ich soll dich schön grüßen von Berlin, 1922-1932 Berliner Erinnerungen ganz und gar unpolitisch, Ehrenwirth Verlag München 1966, Neuausgabe 1990.
- Werner Hegemann, Das steinerne Berlin, Geschichte der größten Mietskasernenstadt der Welt, 1930; Nachdruck Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden, 1984
- Walther Kiaulehn, Berlin - Schicksal einer Weltstadt, Biederstein Verlag München Berlin, 1958.
- Fritz Mierau (Hrsg.), Russen in Berlin 1918-1933, Eine kulturelle Begegnung, Quadriga-Verlag, Weinheim und Berlin 1988.
- Wolf Jobst Siedler, Abschied von Preußen, Siedler-Verlag, Berlin 1992
- Olaf Leitner, West-Berlin! Westberlin! Berlin (West)! Die Kultur - die Szene - die Politik, Erinnerungen an die Teilstadt der 70er und 80er Jahre, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002
- Hans Ludwig hat ebenfalls mehrere Berlin-Bände herausgebracht.

Anthologien, Feuilletons, Reportagen


- Bernard von Brentano, Wo in Europa liegt Berlin? (Beiträge aus den 20er Jahren), insel taschenbuch 1480, Frankfurt a.M. 1981
- Diether Huhn, die nachdenklichen Spaziergänge durch Berlin des 1999 verstorbenen Juristen sind in mehreren Bänden im Verlag Koehler & Amelang erschienen.
- Alfred Kerr, Warum fließt der Rhein nicht durch Berlin?
- Walther Kiaulehn, Berlin - Lob der stillen Stadt, Fannei & Walz, Berlin 1989.
- Heinz Knobloch, Berliner Feuilletonist hat mehrere Bücher über Berlin geschrieben.
- Strohmeyer, Klaus (Hrsg.): Berlin in Bewegung, 2 Bände, Literarischer Spaziergang 1 - Die Berliner, Literarischer Spaziergang 2 - Die Stadt; Rowohlt Taschenbuchverlag, 1987; rororo Sachbuch 8372 und 8373. Diese Anthologie bietet Leseproben von über 200 Autoren von Walter Altmann bis Stefan Zweig und ist damit eine hervorragende Möglichkeit, sich in das Thema "Berlin" einzulesen.

Bildbände


- Renate von Mangold: Übern Damm und durch die Dörfer, Berlin 197x

Graffiti


- van Treeck, Bernhard: Das große Graffiti-Lexikon, Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin, 2001, ISBN 3-89602-292-X
- van Treeck, Bernhard: Street Art Berlin, Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin, 1999 ISBN 3-89602-191-5
- van Treeck, Bernhard: Wandzeichnungen, Edition aragon, Moers, 1995 ISBN 3-89535-424-4
- Bernhard van Treeck: Graffiti Art #9 Wände, 1998 Schwarzkopf & Schwarzkopf (Deutschland) ISBN 3-89602-161-3

Chroniken und historische Abhandlungen


- Die Chronik Berlins, Chronik Verlag, Dortmund
- Bernt Engelmann, Berlin - Eine Stadt wie keine andere, C. Bertelsmann, München 1986 ("Ein Anti-Geschichtsbuch zum offiziellen Berlin-Jubiläum" nannte B.E. diese Chronik seiner Heimatstadt)
- Heimatchronik Berlin, Archiv für Deutsche Heimatpflege GmbH, Köln 1962
- Heinz Machatscheck: Als der Wappenbär geboren wurde, Berlin-Information, Berlin 1987, ISBN 3-7442-0005-1

Nachschlagewerke


- BERLIN HANDBUCH, Das Lexikon der Bundeshauptstadt, hg. vom Presse- und informationsamt des Landes Berlin, 1548 Seiten, FAB Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-927551-27-9; Kurzbeschreibung: Stichworte von A bis Z und 14 Hauptartikel, Berlin-Karte, Literaturverzeichnis und umfangreiches Personenregister Werk aus.
- Berlin-Mitte. Das Lexikon. Hrsg. Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke. Stapp Verlag, Berlin 2001.
- Ganz Berlin, Spaziergänge durch die Hauptstadt, Nicolaische Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin 2001; Kurzbeschreibung: Ein Stadtführer auf Spaziergängen durch alle Bezirke Berlins mit Abhandlungen der touristischen und stadthistorischen Orte.

Romane


- Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz
- Erich Kästner, Fabian – Die Geschichte eines Moralisten
- Ian McEwan, Unschuldige, Eine Berliner Liebesgeschichte (The Innocent)

Comics


- Jason Lutes, Berlin. Steinerne Stadt, Carlsen Comics, Hamburg 2003 ISBN 3-551-76674-6

Kinderbücher


- Erich Kästner, Emil und die Detektive

Sammelwerke


- Berlin ARCHIV, bisher 11 Bände zur Geschichte Berlins, Archiv-Verlag, Braunschweig.
- Berlin EDITION, bisher 13 Bände, Sammlung historischer Dokumente aus der Geschichte Berlins (Urkunden, Ansichten, Stadtpläne, Dokumente) in Reproduktionen, Archiv-Verlag, Braunschweig.

Politik in der geteilten Stadt


- Willy Brandt und Richard Löwenthal, Ernst Reuter, Ein Leben für die Freiheit, 1957
- Willy Brandt, Mein Weg nach Berlin, 1960
- Pjotr A. Abrassimow, 300 Meter vom Brandenburger Tor, Erinnerungen eines Botschafters, 1985
- Nicht der Geschichte letztes Wort, 21 Reden aus dem Jahr 1987,
- Ulrich Enzensberger, Die Jahre der Kommune I, Kiepenheuer & Witsch, 2004

Berlin nach der Wiedervereinigung


- Hauptstadt Berlin / Werner Süß (Hrsg.). Berlin Verlag Arno Spitz; Band 1: Nationale Hauptstadt, europäische Metropole (28 Beiträge), 1994; Band 2: Berlin im vereinten Deutschland (36 Beiträge), 1995; Die Publikationsreihe thematisiert die Rolle Berlins im wiedervereinigten Deutschland mit Beiträgen von Autoren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft und will eine Plattform zu einem gemeinsamen Dialog bieten.
- Walter Momper: Grenzfall – Berlin im Brennpunkt deutscher Geschichte, Bertelsmann Verlag, München 1991; 443 Seiten, ISBN 3-570-02284-6. Walter Momper (SPD) war vom 16. März 1989 bis 24. Januar 1991 Regierender Bürgermeister von West-Berlin. Er hat die Zeit der Wende und die Schritte bis zur Wiederveinigung hautnah erlebt und mit gestaltet.
- Eberhard Diepgen (Hrsg.): Erlebte Einheit – Ein deutsches Lesebuch, Verlag Ullstein, Berlin 1995, 336 Seiten, ISBN 3-550-07078-0. In den 17 Beiträgen haben die Autoren aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre persönlichen Erinnerungen an den Fall der Mauer im November 1989, die Wiedervereinigung im Oktober 1990 und ihre Einschätzungen niedergeschrieben. Eberhard Diepgen (CDU) war vom Februar 1984 bis März 1989 und vom Januar 1991 bis Mai 2001 Regierender Bürgermeister von Berlin.
- Wolf Jobst Siedler, Phoenix im Sand, Glanz und Elend der Hauptstadt, Propyläen Verlag, 1998 Literatur ! Kategorie:Liste (Literatur)

Links

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Berlin

Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU. Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern. Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.

Geografie

Geografische Lage

Portal:Berlin Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik. Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist. Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist. Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick. Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin

Stadtgliederung

Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Berlins Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt. Preußen Preußen Preußen] 1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt. 1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. 1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt. Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten. Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. 1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

Parlament Parlament In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer. 811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005. Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

2005] Hauptartikel: Politik in Berlin Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.

Das Land Berlin

Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition. Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt. 1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.

Wappen und Flagge

Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins

Die Verwaltung

Hoheitszeichen Berlins Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät. Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden. Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater

Sehenswürdigkeiten in Berlin] Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.

Museen

Berliner Sängerbund ] Hauptartikel: Museen in Berlin Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.

Bauwerke

Checkpoint Charlie] Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. 1990 In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten. Tiergarten In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten. Bundespräsident] Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt. In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.

Parkanlagen

Alexander von Humboldt ]] Alexander von Humboldt] Alexander von Humboldt] Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht. Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt. Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.

Freizeit und Erholung

englischen Garten] Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet. In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst. Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.

Sport

Müggelturm] In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Wirtschaft

Leichtathletik-Weltmeisterschaften] Hauptartikel: Wirtschaft Berlins Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001). In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001). Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.

Medien

Bruttowertschöpfung Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung. In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty. In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.

Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Springer-Verlag Springer-Verlag] Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG. Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien. Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe

Autobahnen

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird. Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Flughäfen

Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand. Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.

Energieversorgung

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn

Theodor Fontane

Henri Theodore Fontane (
- 30. Dezember 1819 in Neuruppin; † 20. September 1898 in Berlin) war ein Apotheker und deutscher Schriftsteller. Er war ein Vertreter des poetischen Realismus. Realismus

Leben

Henri Theodore Fontane wurde am 30. Dezember des Jahres 1819 als Sohn des Apothekers Louis Henri Fontane in Neuruppin geboren. Zur Begleichung von Spielschulden musste 1826 der Vater seine Apotheke verkaufen, kurz darauf zog die Familie 1827 nach Swinemünde. Nach einem kurzen Intermezzo an der dortigen Stadtschule erhielt Theodor Fontane auf Wunsch seiner Mutter Privatunterricht vom Vater und von den Hauslehrern befreundeter Familien (18261832). Von 1832 bis 1833 besuchte er das Gymnasium in Neuruppin, anschließend trat er in die Gewerbeschule von Karl Friedrich Klöden in Berlin ein. 1834 zog er zum Halbbruder seines Vaters, Onkel August; 1835 hatte er seine erste Begegnung mit seiner zukünftigen Frau Emilie Rouanet-Kummer. 1836 brach er die Gewerbeschule ab und begann eine Ausbildung zum Apotheker. 1839 veröffentlichte Fontane seine erste Novelle Geschwisterliebe. Nach dem Abschluss seiner Lehre im Jahr 1840 trat Fontane eine Stelle als Apothekergehilfe in Burg bei Magdeburg an. Es entstanden die ersten Gedichte. 1841 erkrankte er an Typhus, zum Glück konnte er sich bei seinen Eltern in Letschin erholen. Als er wieder genesen war, arbeitete er als Apothekergehilfe zuerst in Leipzig, danach in Dresden, schließlich in der Apotheke des Vaters in Letschin. 1843 wurde er von Bernhard von Lepel in den literarischen Verein Tunnel über der Spree eingeführt, in dem er von 1844 bis 1865 Mitglied bleiben sollte. Vom 1. April 1844 bis zum 31. März 1845 leistete er beim Garde-Grenadierregiment „Kaiser Franz“ seinen freiwilligen Militärdienst. In dieser Zeit unternahm er auf Einladung seines Schulfreundes Hermann Scherz seine erste Englandreise. Im Laufe des Jahres ging er nach einer weiteren Arbeitzeit in der väterlichen Apotheke nach Berlin an die Polnische Apotheke von Dr. Julius Eduard Schacht. Am 8. Dezember 1845 verlobte er sich mit Emilie Rouanet-Kummer. Im März 1847 erhielt Fontane seine Approbation als „Apotheker erster Klasse“. Im folgenden Jahr kämpfte Fontane als Revolutionär in den so genannten Barrikadenkämpfen. Zu dieser Zeit entstanden vier eher radikale Texte in der Zeitschrift Berliner Zeitungshalle. Dann wurde er im Krankenhaus Bethanien angestellt und bildete dort zwei Diakonissen aus. Am 30. September 1849 entschloss er sich, den Apothekerberuf völlig aufzugeben und als freier Schriftsteller weiterzuarbeiten. Es entstanden zuerst politische Texte in der radikal-demokratischen „Dresdner Zeitung“. In diesem Jahr wurde auch sein erstes Buch veröffentlicht: Männer und Helden. Acht Preussenlieder. 1850 heiratete er seine Emilie Rouanet-Kummer. Sie zogen zusammen in eine Wohnung in Berlin. Anfangs hatten sie finanzielle Probleme, da Theodor Fontane keine Anstellung fand. Ein Jahr später wurde er von der Centralstelle für Preßangelegenheiten angestellt. Für diese machte er Reisen nach London (1852 und 18551859). 1860 kommt sein fünftes Kind zur Welt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte von den vier Söhnen nur der Erste, George Emile, überlebt. Die drei darauf folgenden Söhne sind jeweils kurz nach der Geburt gestorben. Das fünfte Kind war seine einzige Tochter namens Martha (Mete). 1864 kam schließlich sein letzter Sohn, Friedrich, zur Welt. Im selben Jahr reiste Fontane nach Kopenhagen, wo er über den Krieg schrieb. Ab 1870 arbeitete Fontane als Theaterkritiker. Im selben Jahr nahm er Urlaub, um den Kriegsschauplatz Paris zu besichtigen. Dort wurde er fälschlicherweise als Spion verhaftet, jedoch kurz darauf wieder freigelassen. Zwischen 1874 und 1876 unternahm Fontane mit seiner Frau diverse Reisen nach Österreich, Italien und in die Schweiz. Am Ende dieser Reisen entschloss er sich, nicht mehr für eine Zeitung zu schreiben, stattdessen wollte er wieder als freier Schriftsteller leben. Seitdem schrieb er zahlreiche Texte, bis er 1892 an einer schweren Gehirnanämie erkrankte. Der Arzt riet ihm, seine Kindheitserinnerungen niederzuschreiben, um sich von der Krankheit abzulenken. Dies gelang auch. Danach schrieb er ständig weiter, bis er am 20. September 1898 in Berlin starb.

Über das Werk

Fontane gilt als der herausragende Vertreter des bürgerlicher Realismus in Deutschland. In seinen Romanen gelingt es ihm immer wieder, die Personen durch die Beschreibung ihrer äußeren Erscheinung, durch ihre Umgebung und insbesondere durch ihre Redeweise zu charakterisieren. Typisch für ihn ist eine gepflegte Konversation in einem abgeschlossenen Zirkel, etwa ein Festessen, wo die Personen einerseits lediglich gesellschaftlichen Konventionen folgen und andererseits ihre wahren Interessen enthüllen - oft gegen ihren eigenen Willen. Dabei kommt Fontane von einer Kritik an Einzelpersonen oft zu einer impliziten Gesellschaftskritik.

Werke

Theodor Fontane schrieb viele verschiedene Texte. Er schrieb neben literarischen Werken auch als Journalist (zumal für die Kreuzzeitung und übersetzte 1842 Shakespeares "Hamlet"). Dazu kamen noch Dramen, Gedichte, Biografien, Kriegsbücher, Briefe, Tagebücher, Theaterkritiken, Zeitungsartikel und programmatische Schriften. Eine erweiterte Liste seiner Werke ist bei Wikisource: Theodor Fontane zu finden.

Romane, Novellen und Erzählungen


- 1860 Jenseits des Tweed
- 1873 Der Krieg gegen Frankreich 1870-1871
- 1878 Vor dem Sturm (historischer Roman)
- 1844 - 1859 Wanderungen durch England und Schottland. (Drei Reisen und Aufenthalte in England)
- 1862 - 1888 Wanderungen durch die Mark Brandenburg
  - Band 1: Die Grafschaft Ruppin, [http://www.landshut.org/members/msagerer/f_00hauptseite.htm]
  - Band 2: Das Oderland
  - Band 3: Havelland (Fontane)
  - Band 4: Spreeland (Fontane)
  - Band 5: Fünf Schlösser (1881 - 1888)
- 1880 Grete Minde, (Kriminalroman nach einer altmärkischen Chronik)
- 1881 Ellernklipp, (Kriminalroman nach einem Harzer Kirchenbuch)
- 1882 L'Adultera (Novelle)
- 1882 Schach von Wuthenow, Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes
- 1884 Graf Petöfy, (Roman)
- 1885 Christian Friedrich Scherenberg und das litterarische Berlin von 1840 bis 1860 (vgl. Christian Friedrich Scherenberg)
- 1883 - 1885 Unterm Birnbaum (Kriminalroman)
- 1887 Cécile (Roman)
- 1888 Irrungen, Wirrungen (Roman)
- 1890 Stine (Roman)
- 1890 Quitt (Roman)
- 1891 Unwiederbringlich (Roman)
- 1893 Frau Jenny Treibel oder 'Wo sich Herz zum Herzen find't' (Roman)
- 1894 Meine Kinderjahre (Fontane) (Autobiographie)
- 1895 Effi Briest (Roman)
- 1896 Die Poggenpuhls (Roman)
- 1898 Der Stechlin (Roman)
- 1898 Von Zwanzig bis Dreißig (Autobiographie)
- 1906 Mathilde Möhring (unvollendet)

Balladen und Gedichte

Fontane schrieb über 250 Gedichte, darunter Balladen und Sprüche. Beispielsweise:
- Die Brück' am Tay (1880)
- John Maynard

Briefe


- Theodor Fontane und Bernhard von Lepel - Ein Freundschaftsbriefwechsel, hrsg. von Julius Petersen, München 1940
- Briefe an Georg Friedlaender, hrsg. u. erl. v. Kurt Schreinert, Heidelberg 1954
- Briefe, hrsg. v. Kurt Schreinert und Charlotte Jolles (Bd. 1: An den Vater, die Mutter, die Frau; Bd. 2: An die Tochter und an die Schwester; Bd. 3: An Mathilde von Rohr; Bd. 4: An Karl und Emilie Zöllner und andere Freunde), Berlin 1968-1971
- Briefe an Julius Rodenberg, hrsg. von Hans-Heinrich Reuter. Berlin 1969
- Der Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Paul Heyse, hrsg. von Gotthard Erler, Berlin 1972
- Mete Fontane: Briefe an die Eltern 1880-1882. Hrsg. und erl. von Edgar R. Rosen. 1974
- Briefe Bd.1-5 (Bd. 5 Register), hrsg. von Helmuth Nürnberger u.a., München 1976-1988
- Theodor Storm - Theodor Fontane, Briefwechsel. Krit. Ausgabe in Verb. mit der Theodor-Storm-Gesellschaft hrsg. von Jacob Steiner. 1981
- Jenseits von Havel und Spree, Reisebriefe, hrsg. von Gotthard Erler. 1984
- Die Fontanes und die Merckels, Ein Familienbriefwechsel 1850-1870, hrsg. von Gotthard Erler. Berlin 1987
- Theodor Fontanes Briefwechsel mit Wilhelm Wolfsohn, hrsg. von Christa Schultze. 1988
- Theodor Fontane und Martha Fontane - Ein Familienbriefnetz. Hrsg. von Regina Dieterle. Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, Bd. 4. Berlin, New York 2002 ISBN 3110158817

Tagebücher


- Tagebücher: Bd. 1: 1852, 1855-1858, hrg. von Charlotte Jolles unter Mitarbeit von Rudolf Muhs; Bd. 2: 1866-1882, 1884-1898, hrsg. von Gotthard Erler unter Mitarbeit von Therese Erler, Aufbau-Verlag, Berlin 1994. ISBN 3351031009

Filmographie


- 1939 - Der Schritt vom Wege (nach Effi Briest) - Regie: Gustaf Gründgens
- 1950 - Mathilde Möhring - Regie: Rolf Hansen
- 1955 - Rosen im Herbst - (nach Effi Briest) - Regie: Rudolf Jugert (mit Ruth Leuwerik als Effi Briest)
- 1970 - Effi Briest - (mit Angelica Domröse als Effi Briest)
- 1973 - Unterm Birnbaum - (mit Angelica Domröse als Ursula Hradschek)
- 1974 - Effi Briest - Regie: Rainer Werner Fassbinder (mit Hanna Schygulla als Effi Briest)
- 1975 - Der Stechlin - (mit Arno Assmann)
- 1975 - Frau Jenny Treibel - (mit Gisela May als Jenny Treibel)
- 1977 - Grete Minde - (mit Hans Christian Blech und Hannelore Elsner)
- 1979 - Stine - Regie: Thomas Langhoff
- 1981 - Frau Jenny Treibel - (mit Maria Schell als Jenny Treibel)
- 1982 - Melanie van der Straaten - Regie: Thomas Langhoff
- 1983 - Mathilde Möhring
- 1986 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg - Regie: Eberhard Itzenplitz (mit Klaus Schwarzkopf als Erzähler)

Sekundärliteratur


- Hermann Fricke: Theodor Fontane - Chronik seines Lebens, Arani Verlag, Berlin 1960.
- Fontane Blätter, Halbjahresschrift, begründet 1965; im Auftrag des Theodor-Fontane-Archivs und der Theodor-Fontane-Gesellschaft e. V. hrsg. von Hanna Delf von Wolzogen und Hubertus Fischer. ISSN 0015-6175
- Hans-Heinrich Reuter: Fontane (2 Bände), Verlag der Nation Berlin und Nymphenburger Verlagshandlung München 1968
- Helmuth Nürnberger: Theodor Fontane in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1968ff. ISBN 3-499-50145-7
- Kenneth Attwood: Fontane und das Preußentum, Berlin (Haude & Spener) 1970; NA Flensburg (Baltica) 2000 ISBN 3-934097-08-1
- Edgar R. Rosen: Mete Fontane - Briefe an die Eltern 1880-1882, hrsg. und erläutert von Edgar R. Rosen, Verlag Ullstein, Ffm-Berlin-Wien 1974. ISBN 3-548-04602-9
- Charlotte Jolles: Fontane und die Politik - Ein Beitrag zur Wesensbestimmung Theodor Fontanes. Aufbau Verlag, Berlin 1983
- Horst Budjuhn: Fontane nannte sie "Effi Briest", Das Leben der Elisabeth von Ardenne, Quadriga Verlag, Berlin 1985. ISBN 3-88679-126-2
- Gustav Sichelschmidt: Theodor Fontane, Lebensstationen eines großen Realisten. Heyne-Verlag, München 1986. ISBN 3-453-55142-7
- Theodor Fontane, Text + Kritik Sonderband hrsg. von Heinz Ludwig Arnold, edition text + kritik, München 1989. ISBN 3-88377-318-2
- Charlotte Jolles: Theodor Fontane, 4.Aufl., Sammlung Metzler 114, Stuttgart 1993. ISBN 3-476-14114-4
- Heinz Ohff: Theodor Fontane, Leben und Werk. Piper-Verlag, München 1995. ISBN 3-492-03667-8
- Christian Grawe: Führer durch Fontanes Romane - Ein Lexikon der Personen, Schauplätze und Kunstwerke, Stuttgart (Reclam) 1996. ISBN 3-15-009439-9
- Edda Ziegler und Gotthard Erler: Theodor Fontane - Lebensraum und Phantasiewelt, Eine Biographie, Aufbau Verlag, Berlin 1996. ISBN 3-351-03198-X
- Helmuth Nürnberger: Fontanes Welt, Siedler Verlag, Berlin 1997. ISBN 3-88680-582-4
- Gordon A. Craig: Über Fontane, Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1997f. ISBN 3-406-42642-5
- Otto Drude: Fontane und sein Berlin - Personen, Häuser, Straßen, Insel Verlag, Ffm und Leipzig 1998. ISBN 3-458-16895-8
- Cord Beintmann: Theodor Fontane, München (dtv) 1998. ISBN 3-423-31003-0
- Claude Keisch, Peter-Klaus Schuster und Moritz Wullen (Hrsg.): Fontane und die bildende Kunst, mit Beiträgen von U. Finke, F. Forster-Hahn, H. Frank, H. Karge, C. Keisch, W. Lottes, P.-K. Schuster, W. J. Siedler, I. Wagner-Douglas, A. Wesenberg und M. Wullen, Katalog zur Ausstellung vom 4.9.-29.11.1998 in den Staatl. Museen zu Berlin - Nationalgalerie am Kulturforum, Berlin (Henschel) 1998. ISBN 3-89487-315-9
- Stiftung Stadtmuseum Berlin (Hrsg.): Fontane und sein Jahrhundert, mit Beiträgen von A. Franzkowiak, Th. Friedrich, B. Machner, B. Reißmann, L. Schirmer, A. Teltow, T. Trunk, M. Weinland und H. Zettler, Ausstellungskatalog zur Ausstellung vom 11. September 1998-17. Januar 1999 im Märkischen Museum Berlin, Berlin (Henschel) 1998. ISBN 3-89487-309-4
- Joachim Kleine: Die Hankels auf Hankels Ablage - Wo Fontane in der Sommerfrische war, Irmtraud Carl Verlag, Zeuthen 1999. ISBN 3-931133-07-9
- Christian Grawe: Fontane-Chronik, Reclam, Stuttgart 2000, ISBN 3150097215
- Christian Grawe und Helmuth Nürnberger (Hrsg): Fontane-Handbuch, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2000. ISBN 3-520-83201-1
- Roland Berbig (Hg.): Theodor Fontane im literarischen Leben. Zeitungen und Zeitschriften, Verlage und Vereine Verlag de Gruyter, 2000. ISBN 3-11-016293-8
- Konrad Ehlich (Hrsg.): Fontane und die Fremde, Fontane und Europa, Königshausen & Neumann, Würzburg 2002. ISBN 3826018303
- Bernd Heidenreich / Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Theodor Fontane - Dichter der Deutschen Einheit. Berlin 2003. ISBN 3-8305-0295-8
- Hanna Delf von Wolzogen (Hrsg.): "Geschichte und Geschichten aus Mark Brandenburg". Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" im Kontext der europäischen Reiseliteratur. Internationales Symposium des Theodor-Fontane-Archivs in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane Gesellschaft Sept. 2002 in Potsdam., Königshausen & Neumann, Würzburg 2003. ISBN 3826026349
- Simon Bunke: Figuren des Diskurses. Studien zum diskursiven Ort des unteren Figurenpersonals bei Fonane und Flaubert. Frankfurt/Main u.a.: Peter Lang 2005.

Siehe auch


- Theodor-Fontane-Preis
- Ribbeck (Dorf)
- Julie von Dobschütz

Weblinks


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- [http://literaturnetz.org/autoren/theodor_fontane Fontanes Werke] im Literaturnetz
- [http://www.digbib.org/Theodor_Fontane_1819 Theodor Fontane] im DigBib.Org-Projekt
- http://www.fontanearchiv.de/start.htm
- http://www.fontane-gesellschaft.de/
- http://www.fontaneseite.de/
- http://www.theodorfontane.de/ (Mission: Fontane)
- [http://www.xlibris.de/Autoren/Fontane/Fontane-Biographie/Fontane-Biographie-01.htm Werk und Leben] von Theodor Fontane bei Xlibris
- [http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_fgh/fontane.html Kommentierte Linksammlung]
- [http://www.katz-heidelberg.de/Links_zu_literarischen_Themen/Links_zu_Fontane___Effi_Briest/body_links_zu_fontane___effi_briest.html Bilder von Fontane] Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor Fontane, Theodor

Friedrich Nicolai

Christoph Friedrich Nicolai (
- 18. März 1733 in Berlin, † 8. Januar 1811 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und Verleger. Christoph Friedrich wurde am 18. März 1733 als achtes Kind des Buchhändlers Christoph Gottlieb Nicolai in Berlin geboren. Er absolvierte das Joachimthalsche Gymnasium, ging dann auf die Lateinschule der Franckeschen Stiftungen in Halle und schließlich auf die Heckersche Realschule in Berlin. Danach absolvierte er eine Buchhandelslehre in Frankfurt an der Oder. Nachdem der Vater dann 1752 verstorben war, folgte die Übernahme der väterlichen Buchhandlung. 1760 heiratete er Elisabeth Macaria Schaarschmidt († 1793), eine Tochter des königlichen Leibarztes Prof. Samuel Schaarschmidt, mit der er acht Kinder haben sollte. Der Vater überlebte jedoch alle seiner acht Kinder. Mit der Zeit erwarb sich der für ein Studium vorgesehene Nicolai ein umfangreiche Kenntnisse vor allem der Literatur und Philosophie seiner Zeit, geriet so in regem Briefwechsel mit anderen Größen der Epoche, begann schließlich, selbst zu schreiben und wurde allmählich einer der wichtigen, wenn auch nicht unumstrittenen Vertreter der protestantischen Aufklärung. 1755 erschienenen Nicolais Briefe über den itzigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland, die ihn in weiten Kreisen bekannt machten. Im selben Jahr erschienen auch die dem befreundeten Gotthold Ephraim Lessing zusammen herausgebrachten Briefe, die neueste Literatur betreffend (in insges. 24 Teilen bis 1765). Die zum dritten von Nicolai herausgegebene Allgemeine Deutsche Bibliothek gewann bald den Status des wichtigsten Organs der Aufklärung in deutscher Sprache. Hierin wurden von zeitweilig mehr als 150 Mitarbeitern alle wichtigen Veröffentlichungen der Zeit rezensiert. Insgesamt wurden über 80.000 Neuerscheinungen besprochen. Mit dem ebenfalls befreundeten Moses Mendelssohn wurde sodann ab 1759 eine Bibliothek der schönen Wissenschaften und freien Künste in zwölf Bänden herausgebracht. Im Alter war er mit dem Bibliothekar Johann Erich Biester (1749-1816) in Berlin eng befreundet. Auch mit dem Pfarrer des östlich von Berlin liegenden Dorfes Klein-Schönebeck, Raymund Dapp verbandt ihn zeitlebens eine enge Freundschaft. Dapp unterstützte ihn bei der Ausarbeitung des Buches „Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz“. Den Roman „Leben und Meinungen Gundibert's, eines deutschen Philosophen“ verfaßte Nicolai weitgehend bei Aufenthalten in Dapps Haus in Klein-Schönebeck. Nicolais Enkel Gustav Parthey schilderte ihn in seinen "Jugenderinnerungen" als Nicolais "genauesten Freund". Biester hielt nach Nicolais Tod vor der Akademie einen Nachruf auf ihn, der in den Abhandlungen der Königlichen Preuß. Akademie der Wissenschaften, Berlin, (für 1812/1813) erschien und im Internet frei zugänglich ist. Die Publikationen Nicolais stehen allesamt im Zeichen der Aufklärung und widersetzen sich einem Christentum, wo dies die Aufklärung als irrational verstand: Sowohl in mystischer oder pietistischer als auch dogmatischer Variante wird dieses abgelehnt, wie auch gegen den Jesuiten-Orden und alle anderen tatsächlichen oder vermeintlichen Feinde der Aufklärung vorgegangen wurde. In der Philosophie wurde für den dem Denken Leibnizens und Wolffs nahestehenden Nicolai dann die Transzendentalphilosophie Kants zum Objekt der Kritik, wie der aufkommende Idealismus Fichtes. Literarisch schließlich gerät schon Herder in Nicolais Kritik, später dann die Literatur des Sturm und Drang, der Klassik und der aufkommenden Romantik. Nicolais Mittel der Kritik war hier in der Regel die Polemik, was oft zuerst heftige Reaktionen der Betroffenen auslöste und dann in literarische Dispute ausartete, die häufig von beiderseitiger Rechthaberei gekennzeichnet waren. Bekannt geblieben hiervon ist die Auseinandersetzung mit dem jungen Goethe, dessen Werther Nicolai unter dem Titel Die Freuden des jungen Werthers 1775 eine um Larmoyanz erleichterte Variante mit ›glücklichem Ausgang‹ gegenüberstellte. Der gescholtene Weimarer Dichter wie auch der vorher angegangene Herder vermochten aber dennoch, Leben und Meinungen des Herrn Magisters Sebaldus Nothanker, eine der wenigen fiktionalen literarischen Werke Nicolais, als Zeitdokument zu würdigen – was unter den Zeitgenossen ansonsten eher Ausnahme blieb. Über die Zeit gerieten, manchmal von anfänglich inniger Freundschaft ausgehend, auf diese Weise unter anderem Johann Georg Hamann, Johann Caspar Lavater, Christoph Martin Wieland, Johann Heinrich Voß, Johann Heinrich Jung-Stilling und Ludwig Tieck zu Gegnern des streitbaren Nicolais. Johann Georg Jacobi warb 1779 sogar bei Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Wieland und Goethe erfolgreich für eine Widerstandsfront gegen Nicolai, Fichte ließ sich zu der Schrift Friedrich Nicolais Leben und sonderbare Meinungen. Ein Beitrag zur Literargeschichte des vergangenen und zur Pädagogik des ausgehenden Jahrhunderts (1801) hinreißen. Auch Nicolais Reiseschilderungen Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781 und Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam kommen ohne die aufklärerische Polemik nicht aus, enthalten darüber hinaus aber zahlreiche geographische, wirtschaftliche, politische und kulturelle Beobachtungen.

Werke


- Ehrengedächtniß Herrn Ewald Christian von Kleist; Berlion 1760
- Ehrengedächtniß Herrn Thomas Abbt; Berlin u. Stettin 1767
- Leben und Meinungen des Herrn Magisters Sebaldus Nothanker; Berlin 1773-1776
- Freuden des jungen Werthers. Leiden und Freuden Werthers des Mannes; Berlin 1775
- Eyn feyner kleyner Almanach Vol schönerr echterr liblicherr Volckslieder ...; Berlin Berlin u. Stettin 1777
- Ein paar Worte betreffend Johann Bunkel und Christoph Martin Wieland; Berlin u. Stettin 1779
- Noch ein paar Worte betreffend Johann Bunkel und Christoph Martin Wieland; Berlin u. Stettin 1779
- Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781; 12 Bde., Berlin u. Stettin Stettin 1783-1796
- Geschichte eines dicken Mannes worin drey Heurathen und drey Körbe nebst viel Liebe; Berlin u. Stettin 1794
- Anhang zu Friedrich Schillers Musen-Almanach für das Jahr 1797; Berlin u. Stettin 1797
- Leben Justus Mösers; Berlin u. Stettin 1797
- Leben und Meinungen Sempronius Gundibert's eines deutschen Philosophen; Berlin 1798
- Vertraute Briefe von Adelheid B. an ihre Freundin Julie S.; Berlin 1799
- Über den Gebrauch der falschen Haare und Perücken in alten und neuen Zeiten; Berlin u. Stettin 1801
- Einige Bemerkungen über den Ursprung und die Geschichte der Rosenkreuzer und Freymaurer; Berlin u. Stettin 1806
- Philosophische Abhandlungen; Berlin u. Stettin 1808

- Herders Briefwechsel mit Nicolai; hg. v. Otto Hoffmann, Berlin 1887
- Aus dem Josephinischen Wien. Geblers und Niclais Briefwechsel 1771-86; hg. v. Richard Maria Werner, Berlin 1888

Weblinks


- [http://www.stadtmuseum.de/index3.php?museum=nh Museum Nicolaihaus in Berlin-Mitte]
- [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/aufkl/adb/index.htm Allgemeine deutsche Bibliothek] Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich Nicolai, Friedrich

Werner Hegemann

Werner Hegemann (
- 15. Juni 1881 in Mannheim; † 12. April 1936 in New York City) war ein Stadtplaner, Architekturkritiker, und politischer Schriftsteller. Hegemann war als Stadtplaner eine international bekannte Figur, eine zeitgenössische Größe als Architekturkritiker und gehörte als Schriftsteller zum Kreis der Linksliberalen, die die Weimarer Republik zu stärken suchten.

Familie, Studium

Als einer der jüngeren Söhne eines Fabrikanten besuchte Hegemann aufgrund der Scheidung seiner Eltern Schulen und Internate in verschiedenen deutschen Ländern. Der Tod seines Vaters 1900 machte ihn finanziell unabhangig und nach Abitur 1901, einem Semester in Berlin und Militärdienst verbrachte er zwei Jahre in Paris und auf Reisen. In Berlin hatte ihm sein Onkel, der Architekt Otto March, eine Ersatzfamilie geboten und ihn mit einem Interesse für Kunst und Architektur ausgestattet. Nachdem Hegemann in Paris Charles Gide und in Philadelphia Simon Patten gehört hatte, entschied er sich für das Studium der Nationalökonomie in Berlin, Straßburg und München. 1905 heiratete er die Lehrerin Alice Hesse - auch sie ließ sich für Nationalökonomie einschreiben - und 1906 wurde ihre Tochter Ellis geboren. Hegemann promovierte 1908 bei Lujo Brentano und Walter Lotz mit einer Arbeit zu Mexikos Goldwährung.

Stadtplanung

USA 1909

Noch 1908 reiste Hegemann mit seiner Familie in die USA. Beeindruckt vom Progressivism, interessierte er sich für Sozialpolitik. Er besuchte die soeben eingerichtete Housing Inspection in Philadelphia, berichtete über die städtische Ausstellung der Municipal Art Society und des Committee on Congestion in New York. Hier entstand, zusammen mit March, die Idee, die Pläne des Berliner Wettbewerbs um einen Gesamtbebauungsplan in einer ersten internationalen Städtebauausstellung öffentlich zu präsentieren. March, bereits beim Anstoß des Wettbewerbs führend, erwies sich auch hier als einflußreicher Organisator. Hegemann bewarb sich in Boston um eine Mitarbeit an der Städteausstellung "Boston 1915", eine philanthropische Unternehmung, die Boston bis 1915 zu einer Musterstadt machen wollte, und wurde Mitglied des Exhibit Committee.

Berlin 1910 - 1912

Ende 1909 wurde Hegemann zum Generalsekretär der Internationalen Städtebauausstellung ernannt. Die im Mai 1910 eröffnete Ausstellung zeigte die Berliner Wettbewerbspläne, deutsche und internationale Beispiele für Architektur und Stadtplanung, wurde noch im selben Jahr in Düsseldorf wiederholt und teilweise in London gezeigt. Hegemann war nicht nur ihr Pressesprecher, sondern agierte als Führer für ein zahlreiches Publikum vom auswärtigen Fachbesucher bis zu politischen Vereinen. Sein Erfolg in der Öffentlichkeitsarbeit trug ihm den Auftrag ein, die offizielle Darstellung der Ausstellung zu verfassen. Seine zwei Bände Der Städtebau, 1911 und 1913, gelten als ein "Gründungsdokument des Fachs". Hegemann verschaffte der neuen Disziplin nicht nur eine Tradition, sondern mit seiner kulturgeschichtlichen Erzählung auch einen sozialen Auftrag - eine Gemengelage, die seine Rezensenten begeisterte. Hegemann, der - zu unbekanntem Zeitpunkt - der SPD beitrat, arbeitete 1912 bei einer Baugenossenschaft mit, die ein Reformsiedlungsprojekt, das der "gemischten Bauweise", verwirklichte. Sein Versuch, die mit der Ausstellung gewonnene Popularität in konkrete kommunalpolitische Ziele umzusetzen, schlug jedoch fehl. Er gründete den "Propaganda-Ausschuß für Groß-Berlin", eine frühe Form von Bürgerinitiative, und konnte Käthe Kollwitz dafür gewinnen, eigens ein Plakat und Signum zu zeichnen. Die Versammlungen dieses Ausschusses erregten Aufsehen, konnten jedoch die politischen Entscheidungsträger nicht zugunsten einer gezielten Wohn- und Grünflächenpolitik beeinflussen.

USA 1913-1920

Daher kehrte Hegemann 1913 in die Vereinigten Staaten zurück, inzwischen allein, da seine Reisen die Ehe ruinierten. Er war vom People's Institute of New York eingeladen worden, in amerikanischen Städten Vorträge über Stadtplanung zu halten. Seine Tour begann in New York City und führte ihn in über zwanzig Städte. Hegemann verblüffte seine Gastgeber damit, daß er sich vor Ort umstandslos ein eigenes Bild verschaffte und dabei mehr Wert auf die Infrastruktur als auf das Erscheinungsbild legte. In seinen Vorträgen debattierte er Chancen und Gefahren der jeweiligen Stadtentwicklung und riet von der Nachahmung europäischer Vorbilder ab. Am Ende stand ein Engagement in den Westküstenstädten Oakland und Berkeley, die ihn mit einem großen Planungsbericht beauftragten (1915 publiziert). Hier entwickelte Hegemann eine strikte Hierarchie der Planungsbereiche und forderte die Kooperation städtischer Gruppen zur Lenkung der Stadtentwicklung, die Wende von innerstädtischer Verschönerung zur Optimierung des Ensembles städtischer Funktionen. Für die Rückreise wählte Hegemann die Pazifikroute. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde sein deutsches Schiff aufgebracht und die Passagiere in Mozambique interniert. Ihm gelang es, als blinder Passagier an Bord eines Seglers zu fliehen, der ihn in den amerikanischen Südstaaten an Land setzte. Zurück in New York, machte er sich als Planungsberater selbständig. 1916 gründete Hegemann mit dem Landschaftsarchitekten Elbert Peets eine eigene Firma, die sich auf Vorortsiedlungen spezialisierte. Nach einem kurzzeitigen Engagement für eine Werkssiedlung der Kohler Co. in Wisconsin gelang der Firma mit dem Auftrag für Washington Highlands (1916-1919) ein Erfolg, während zwei weitere große Anlagen aufgrund der Wirtschaftskrise nicht vollendet werden konnten. Die Erschließung einer ehemaligen Farm, heute als historisches Denkmal geschützt, vereint Elemente formaler mit informeller Landschaftsgestaltung und moderner Siedlungsplanung, die vom Reihenhaus bis zum Anwesen reicht. Bei schlechter werdender Auftragslage widmeten Hegemann & Peets sich einer Sammlung hervorragender Beispiele amerikanischer Architektur und Stadtplanung. Ihr 1922 gemeinsam publizierter Thesaurus American Vitruvius mit 1200 Abbildungen führte mit Peets' Skizzen seiner Europareise den Blickwinkel des Flaneurs in der Stadt ein, während Hegemann die Vorbilder kritisch kommentierte. Die typologisch angelegte und weit gefasste Übersicht - Platz, Baugruppe, Straße, Grün und Stadtplan - trug zur Selbstentdeckung der neuen Disziplin bei, indem sie deren Agenda erweiterte. Zunächst wenig wohlwollend aufgenommen, stieg der Ruf des Buches, als es 1923 für den Grundbestand einer jeden Fachbibliothek empfohlen wurde. Inzwischen hatte Hegemann seine zweite Frau, Ida Belle Guthe, auch sie Lehrerin, kennengelernt. Sie heirateten 1920 und sollten vier Kinder bekommen. Mit ihr brach Hegemann nun auf, um nach einem längeren Italienaufenthalt nach Deutschland zurückzukehren.

Architektur

Verbindungen

Dabei, sich in Europa wiedereinzuführen, half Hegemann die Bestellung zum Herausgeber des Katalogs der Städtebauausstellung im schwedischen Göteborg 1923. Sie ging auf Kontakte von 1910 zurück, und Hegemann traf hier erneut auf Architekten und Planer aus aller Welt, was er für seine folgende Tätigkeit nutzte. In der Folge gab er 1924 eine deutsche Ausgabe des Gemeinschaftswerks Amerikanische Architektur heraus. Sie richtete sich gegen die europäische Avantgarde und ihre amerikanischen Helden Frank Lloyd Wright und Louis Sullivan, um eine Lanze für den Beaux-Arts-Stil der American Renaissance zu brechen. Von den Modernen heftig abgelehnt - so wünschte Adolf Rading, solche Bücher solle man verbrennen -, vermittelte das Werk mit seiner typologischen Breite ein realistisches Bild vom amerikanischen Baugeschehen.

Kritiker

1924 wurde Hegemann Herausgeber der bekannten Architekturzeitschrift Wasmuths Monatshefte für Baukunst und des ebenfalls im Wasmuth Verlag erscheinenenden Städtebau. Die außergewöhnlich hohe Zahl, stilistische Bandbreite und internationale Herkunft der besprochenen Bauten machten die von ihm redigierte Zeitschrift zur Ausnahmeerscheinung unter den zeitgenössischen Journalen. Mit einem literarisch-polemischen Kritikstil, der sich vom Manifest-Stil der Modernen scharf abhob, opponierte Hegemann gegen formalen Modernismus und akademischen Traditionalismus und votierte für eine gemäßigte Moderne. "Le journal, c'est un monsieur", so drückte es J.J.P. Oud 1927 aus. Hegemann bewegte auch Andersdenkende, bei ihm zu schreiben. Er inszenierte Streitfälle um der anschließenden Beiträge und Diskussionen willen, und er kritisierte durch Auslassung - Architekten des Rings wurden selten besprochen - wie durch Protektion, etwa der Stuttgarter Schule. Auch darin heftig umstritten, sahen ihn die Initiatoren des CIAM gar als einen "Erzfeind", reüssierte er mit der Belebung der Debatten, so dass Paul Westheim ihn "einen geborenen Widersprecher" nannte. Zeitweise mit der konservativen Architektengruppe Der Block assoziiert, wandte Hegemann sich ab 1930 der großstädtischen Moderne der Mendelsohn und Luckhardt zu, in der er eine kommende Klassik erkannte, um sie nachdrücklich zu unterstützen. Daher endete seine Herausgeberschaft der Architekturzeitschrift 1933 mit einer kritischen Abrechnung mit